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Marini bedauert, bleibt aber bei seinen Äußerungen

Marini bedauert, bleibt aber bei seinen Äußerungen

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Philippe Marini, seit seinen antiluxemburgischen Äußerungen in Luxemburg bestbekannter französischer Senator, bleibt bei seiner Meinung. "C'est un clin d'oeil historique, un petit rappel historique", so Marini in einem Interview.

Marini hatte am vergangenen Wochenende bei einem Rundtischgespräch auf Radio France Culture gesagt, er hätte es lieber, Luxemburg würde nicht existieren. Besser wäre gewesen, Napoleon III. und Bismarck hätten sich 1867 bei ihrem Treffen in  Compiègne auf eine andere Lösung geeinigt. Marini ist Senator und Bürgermeister von Compiègne.

Er sei sich bewusst, dass er mit seiner Aussage große Aufregung verursacht habe, sagt Marini in einem Interview mit paperjam. Er bedauere, dass er manches Leiden verursacht habe, nur sei dieses wohl erträglich. Marini hatte am Samstag auf Äußerungen von EU-Kommissarin  Viviane Reding reagiert. Mit keinem Wort geht Marini nun auf den Auslöser der Polemik ein: Die Roma-feindliche Politik von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, die von Reding beanstandet worden war.

Luxemburg ein bissschen egoistisch

Marini wirft Luxemburg vor, das Bild eines Landes abzugeben, das von den Unwägbarkeiten der Krise wenig betroffen sei. Es sei vom Wesen her in europäischen und internationalen Positionen ein bissschen egoistisch. Insbesondere beanstandet er Luxemburgs Haltung in Finanzfragen. Es sei nicht das aktivste Element für eine effizientere Regulierung, für mehr Transparenz bei den Finanzbewegungen.  Auf europäischem Plan verteidige Luxemburg mit aller Kraft den Finanzplatz. Was man verstehen könne. Aber einzelne Positionen sei kurzsichtig.
Siehe auch:
Reding: Frankreichs Romapolitik wird überprüft

Senatspräsident Larcher distanziert sich von Marinis Äußerungen
Er respektiere Luxemburg als Staat und als EU-Mitglied. Es sei ein Land, das er in mancher Hinsicht beneide. Aber Luxemburg müsse verstehen, dass im aktuellen Umfeld Veränderungen stattfinden. Es müsse auf andere  Weise europäisch sei. Es sei zu einfach nur die Vorteile zu genießen. Man dürfe nicht auf seine egoistischen Positionen beharren, Moralpredigten halten und es gleichzeitig nach der Finanzkrise an der nötigen Solidarität mit den andren EU-Staaten fehlen lassen.  Die Finanzkrise habe die Grenzen eines Finanzierungsmodells aufgezeigt. Was zu Infragestellungen führt.

lmo