Neuer Präsident Ägyptens ist der von der konservativen Muslimbruderschaft nominierte Mohammed Mursi. Das gab die Wahlkommission am Sonntag in Kairo bekannt. Demnach hat sich der 60-Jährige bei der historischen Stichwahl am 16. und 17. Juni mit 51,8 Prozent der Stimmen gegen seinen Mitbewerber, den Ex-Minister Ahmed Schafik, durchgesetzt.
Neue Verfassung
In drei Monaten soll das Land eine neue Verfassung haben, verlautete am Sonntag von Vertretern der scheidenen Regierung. Über das neue Grundgesetz soll das Volk dann in einem Referendum befinden. Anschließend stehen Parlamentswahlen und die Regierungsbildung an.
Mursi tritt die Nachfolge des gestürzten Langzeitpräsidenten Husni Mubarak an, der nach Massenprotesten im Februar 2011 zurückgetreten war. Zum ersten Mal in der Geschichte Ägyptens wird damit ein Vertreter des Islamismus Staatsoberhaupt. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo, wo sich Zehntausende Anhänger Mursis versammelt hatten, brandete Jubel auf. Die Menschen schwangen ägyptische Fahnen und ließen den Wahlsieger hochleben.
Hohe Sicherheitspräsenz
Zuvor, wenige Stunden vor der geplanten Verkündung des Ergebnisses der Präsidentenwahl, wurden Polizei und Armee in erhöhte Bereitschaft versetzt worden. Soldaten und Panzerfahrzeuge wurden vor staatlichen Gebäuden und an wichtigen Auffahrten zur Autobahn postiert. Die Stichwahl zwischen dem Islamisten Mohammed Mursi und dem ehemaligen Regime-Politiker Ahmed Schafik vor einer Woche hat die ägyptische Gesellschaft stark polarisiert. Die Behörden schließen Unruhen nach der Ergebnisverkündung nicht aus.
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