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Grímsson wiedergewählt

Grímsson wiedergewählt

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Die Isländer haben Staatspräsident Ólafur Ragnar Grímsson für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt. Der Europaskeptiker lag knapp vor seiner Hauptkonkurrentin Arnórsdóttir.

Nach einer Prognose des TV-Senders RUV von Sonntagmorgen kam der 69-Jährige bei der Direktwahl auf 51 Prozent der Stimmen. Die Fernsehmoderatorin Thóra Arnórsdóttir erreichte (nach Auszählung von 48 Prozent der Stimmen) den zweiten Platz mit 33,6 Prozent.

Logo" class="infobox_img" />Thóra Arnórsdóttir

Island mit seinen 320 000 Bürgern wurde 2008 besonders hart von der Finanzkrise getroffen. Die Regierung in Reykjavik hat für die Inselrepublik im Nordatlantik ein EU-Beitrittsgesuch eingereicht. Grímsson ist gegen die Mitgliedschaft.

Das Amt des Staatsoberhauptes auf der Atlantikinsel ist weitgehend repräsentativ. Grímsson hat allerdings vor allem im Gefolge eines für das Land katastrophalen Bankenkollapses 2008 mehrfach seine Unterschrift unter wichtige Gesetzesvorlagen verweigert.

Im Wahlkampf sprach er sich gegen den von der Mitte-Links-Regierung betriebenen EU-Beitritt seines Landes aus. Er verlangt außerdem, dass mehr grundlegende politische Entscheidungen als bisher per Volksabstimmung gefällt werden.

Kandidat der bürgerlichen Opposition

Grímsson, der 1996 als Linker ins Amt kam, gilt in Reykjavik vor allem als Kandidat für das bürgerliche Oppositionslager. Er hatte bis Ende vergangenen Jahres zunächst seinen Rückzug angekündigt, sich dann aber doch entschlossen, noch einmal anzutreten.

Arnórsdóttir hatte als Herausforderin in den Umfragen zeitweise deutlich geführt. Die populäre Fernsehfrau wandte sich im Wahlkampf gegen eine «Politisierung» des Präsidentenamtes. Sie konnte vor allem mit Stimmen aus dem Lager von Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir rechnen. Für die nächste Parlamentswahl im Frühjahr 2013 wird mit einem Regierungswechsel zugunsten der konservativen Unabhängigkeitspartei gerechnet.