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Hunderte Opfer nach Anschlägen auf Schiiten

Hunderte Opfer nach Anschlägen auf Schiiten
(Reuters)

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Eine blutige Welle der Gewalt hat drei Tage nach Beginn des Fastenmonats Ramadan den Irak erschüttert. Über 200 Menschen sind dabei verletzt worden, die Behörden sprechen von derzeit 89 Todesopfern.

Bei erneuten schweren Angriffen auf Schiiten-Viertel im Irak sind am Montag mindestens 89 Menschen ums Leben gekommen. Polizisten und Ärzte sprachen zudem von 223 Verletzten durch mehrere Bombenanschläge und Schießereien in verschiedenen Landesteilen. Damit setzte sich die Welle von Angriffen fort, die nach einer Zeit der relativen Ruhe am Wochenende mit dem Anfang des Fastenmonats Ramadan begonnen hatte. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die sunnitische Al-Kaida versuche einen Bürgerkrieg zwischen den Bevölkerungsgruppen zu provozieren. Am Sonntag waren bei Anschlägen in mehreren Landesteilen 20 Menschen getötet worden.

Allein in Tadschi 20 Kilometer nördlich Bagdad detonierten am Montag sechs Sprengsätze in der Nähe eines Wohnkomplexes. Eine siebte Explosion traf die Polizisten, die an den Ort des Angriffs eilten. Weitere Detonationen wurden aus Schiiten-Vierteln der Hauptstadt Bagdad sowie in Kirkuk im Norden gemeldet, wo fünf Autobomben explodierten. In der Unruheprovinz Dijala griffen Unbekannte mehrere Sicherheitsposten an. Am Sonntag war auch die den Schiiten heilige Stadt Nadschaf Ziel eines Anschlags.

«Lage so schlimm (…) wie in Syrien»

Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand. In irakischen Sicherheitskreisen wurde Al-Kaida verantwortlich gemacht. Die Angriffe zeigten, dass die Gruppe einen Glaubenskrieg auslösen wolle. «Al-Kaida versucht, den Irak an den Rand eines Krieges zwischen Schiiten und Sunniten zu treiben», hieß es. «Sie wollen, dass die Lage so schlimm wird wie in Syrien.» Die meisten Iraker sind Schiiten. Die große Wüstenprovinz Anbar wird allerdings mehrheitlich von Sunniten bewohnt und grenzt an Syrien. Dort tobt seit etwa 16 Monaten ein von Sunniten angeführter Aufstand gegen die von Alawiten beherrschte Regierung von Präsident Baschar al-Assad.

Der Ramadan hatte im Irak am Samstag begonnen. Die zwei Wochen zuvor waren vergleichsweise friedlich verlaufen, während im Juni 237 Menschen bei Anschlägen starben. Damit hat die Gewalt im Irak im Vergleich zum Höhepunkt der Kämpfe zwischen den verschiedenen Volksgruppen 2006 bis 2007 zwar abgenommen. Seit dem Abzug der US-Kampftruppen im Dezember blieben die Spannung jedoch hoch. Dazu kommt der anhaltende politische Streit zwischen den schiitischen, sunnitischen und kurdischen Gruppen im Land.