Sonntag18. Januar 2026

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Europa steuert auf eine Katastrophe zu

Europa steuert auf eine Katastrophe zu
(dpa-Archiv)

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Eine Gruppe von 17 renommierten Ökonomen hat vor einer dramatischen Verschärfung der Euro-Schuldenkrise gewarnt und ein schnelles Umsteuern verlangt.

«Wir glauben, dass Europa … schlafwandelnd auf eine Katastrophe mit unkalkulierbaren Ausmaßen zutaumelt», heißt es in der Studie der Wissenschaftler. In den vergangenen Wochen habe sich die Lage in den Euro-Krisenländern dramatisch verschlechtert. «Der Eindruck einer nicht-endenden Krise, in der ein Dominostein nach dem anderen fällt, muss korrigiert werden.» Der bislang letzte Dominostein, Spanien, stehe kurz vor einer Liquiditätsspritze.

Die Studie wurde von der Denkfabrik Institute for New Economist Thinking (Inet) veröffentlicht. Diese hatte einen Rat zum Thema Euro-Staatsschuldenkrise gegründet.

Politiker unter Zugzwang

Die Lage ist aber trotz aller Dramatik nach der Analyse der Ökonomen nicht ausweglos. «Es ist nach wie vor möglich, ökonomisch und politisch, einen Weg heraus aus der Eurokrise zu finden», heißt es. Die Politiker müssten vor allem die fehlerhafte Konstruktion der Eurozone korrigieren und sie mit neuen Elementen ergänzen. Dazu gehörten eine signifikante Lastenteilung unter den Euro-Ländern und eine Strategie, die darauf konzentriert sei, die aktuell am härtesten kämpfenden Krisenländer im Währungsraum zu stabilisieren. Wenn es um die Behebung von Konstruktionsmängeln gehe, dann bedeute das unter anderem die Schaffung einer Fiskalunion einschließlich einer Bankenunion mit starken europäischen Institutionen.

Als Lösungsansatz für die aktuellen Probleme sehen die Wirtschaftexperten den Vorschlag eines Schuldentilgungsfonds, wie er vom Sachverständigenrat vorgeschlagen und jüngst noch einmal ergänzt worden war. Mit diesem Fonds soll das Problem gelöst werden, dass der Rettungsschirm ESM von den Ökonomen als zu klein betrachtet wird, um den größeren Euro-Ländern helfen zu können.