Donnerstag1. Januar 2026

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Warum nicht Luxemburg?

Warum nicht Luxemburg?
(AFP)

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Gerade durch die Paralympics rückt der Behindertensport immer wieder in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses. In Luxemburg stellen sich viele Menschen die Frage, warum Luxemburg in London fehlt.

Spitzensportler mit Behinderung haben noch lange nicht den gleichen Stellenwert wie nichtbehinderte Leistungssportler. Nach wie vor führt der Behindertensport in Luxemburg in der Öffentlichkeit ein Schattendasein. Aktive Förderung gibt es nicht wirklich. Die olympischen Spiele sind für jeden Sportler der Höhepunkt der Karriere. Für behinderte Sportler sind die Paralympics das Äquivalent dazu.

Für beide Veranstaltungen müssen sich die Sportler qualifizieren, um daran teilnehmen zu können. «Aber gerade im Behindertensport kommt man in Luxemburg schnell an eine Grenze,» erklärt Pierrot Feltgen, Generalsekretär der «Special Olympics Lëtzebuerg» gegenüber Tageblatt.lu. Es gebe ein akutes Nachwuchsproblem.

Mehr Freizeit- statt Leistungssport

Um das inzwischen hohe Niveau der Paralympics zu erfüllen, kann Luxemburg, im Gegensatz zu unseren Nachbarländern, nicht auf eine aktive Masse zurückgreifen. Laut Feltgen betreiben rund 180 Menschen mit einer Körperbehinderung Sport in Luxemburg, davon 100 regelmäßig. Jedoch überwiegt hier eher der Freizeit- statt Leistungsport.

2008 trat noch ein Deutscher für Luxemburg mit seinem Handrad bei den Paralympics an. Der jetzt 50-Jährige hat sich inzwischen aber aus dem aktiven Leistungsport verabschiedet.
Bei den geistig Behinderten für die Special Olympics ist die Auswahl noch enger. Natürlich hätte das Nationale Olympische Komitee «COSL» gerne Teilnehmer in London gesehen. Gerade jetzt, wo bei den Paralympics 2012 die Special Olympics wieder erlaubt sind. Sie waren in Sydney 2000 nach einem Betrugsskandals eingestellt worden.

Hoffnung für Rio 2016

Einen Lichtblick sieht Feltgen allerdings für die Paralympics 2016 in Rio (Brasilien). Derzeit trainieren drei Rollstuhlfahrer der Lux Rollers aktiv für die Spiele in Südamerika. «Luciano Fratini, Serge Weyrich und Joel Wagener haben Brasilien vor Augen,» so Feltgen.

Seit Donnerstag kämpfen in London bei den Paralympics rund 4200 Athleten in 20 Sportarten um insgesamt 1509 Medaillen.