Laut einem Bericht der „Berliner Zeitung“ hat sich die deutsche Regierung nach dem jüngsten NATO-Gipfel in Chicago von ihren Abzugsbestrebungen verabschiedet. Die NATO-Staaten bekennen sich weiterhin eindeutig zu den Nuklearwaffen als Abschreckung.
Auf dem Gelände des rund 1.200-Seelendorfes Büchel in der Eifel, knapp eine Autostunde von Echternach entfernt (in direkter Luftlinie nur ein Steinwurf), werden laut Aussagen von Experten 20 Atomsprengköpfe gelagert, von denen jeder einzelne eine Sprengkraft von 340 Kilotonnen TNT hat, das 26-fache der Hiroshima-Bombe.
Die Sprengköpfe, gegen deren Präsenz in der Vergangenheit immer wieder Friedensanhänger demonstrierten, sollen trotz allen Abmachungen und Versprechen nicht nur nicht abgezogen werden, sondern ab 2017 durch modernere ersetzt werden.
Abzug in «weite Ferne gerückt»
Für die Berliner Oppositionsparteien SPD, die Grünen und die Linke ist der Abzug der US-Vernichtungswaffen „in weite Ferne gerückt“ und alle Abzugspläne der Bundesregierung gescheitert. Zu deren Rechtfertigung sagte Aussenminister Guido Westerwelle in einem Interview mit der „Osnabrücker Zeitung“: „Es mit Abrüstung ernst zu nehmen, heisst dicke Bretter zu bohren.“
Die Bundeswehr-Tornados, die in Büchel stationiert sind und die Atomsprengköpfe bei Ernst- und Trainings-Einsätzen fliegen sollen, bleiben weiterhin im Dienst. Nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums will die Bundeswehr auch über 2025 hinaus 85 dieser Kampfjets behalten.
Ob die Waffen tatsächlich für einen Milliardenbetrag modernisiert werden sollen, blieb unklar.
Zu Demaart
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