Cargolux hat am Montag die sechste Boeing 747-8 mit der Bezeichnung „City of Diekirch“ übernommen. Die Schwierigkeiten, die bei der Cargolux existierten, könnten dazu führen, dass der Auftrag über die restlichen sieben Flugzeuge in Gefahr gerate, schreibt die Zeitung. So hätte Qatar Airways, gerade aus dem Kapital der Cargolux ausgestiegen, gewünscht, die restlichen an Cargolux auszuliefernden Boeing 747-8 gegen den Typ 777 auszutauschen.
Dem Bericht zufolge soll die am Montag gelieferte „City of Diekirch“ einen Marktwert von 185 Millionen US Dollar haben. Der ausstehende Lieferumfang von sieben Flugzeugen soll nach Listenpreis einen Umfang von 2,5 Milliarden US Dollar haben. Die Seattle Times beruft sich auf den Marktbewerter Avitas und geht von einem Abschlag von 1,3 Milliarden US Dollar aus, den Cargolux weniger zu bezahlen hätte.
747-8 verkauft sich schlecht
Die Boeing 747-8 – unter der Anregung von Cargolux gebaut – hat sich bisher nicht gut verkauft. Es gibt ein Orderbuch von 80 Flugzeugen. Das entspricht, wenn alle Aufträge realisiert werden, einer Auslastung der Produktion über drei Jahre hinweg. Die Zweifel tauchen auf, weil einerseits der Welthandel sich in einer Depression befindet und die Boeing 747-8 mit einer Traglast von 140 Tonnen dafür zu groß erscheint, andererseits Boeing mit der Frachterversion des Typs 777 seinem Produkt 747 Konkurrenz macht. Die 777 trägt weniger Fracht bei ähnlicher Reichweite, scheint der depressiven Phase des Welthandels daher derzeit besser angepasst. Die Irritationen auch bei Boeing tauchten durch Quatar Airways auf. Qatar Airways besitzt vier Boeing 777 und hat vier weitere bestellt. Der Vorstellung der Kataris zufolge sollte Cargolux die 777 von Qatar Airways nutzen und einen zweiten Hub in der Katar Hauptstadt Doha eröffnen.
Des Luxair Vorstand, begleitet von Luxemburger Journalisten, hatte bei einer Besichtigung der Werkstätte in Everett genauso wie der Boeing Vorstand auf Fragen von tageblatt.lu eindeutig verneint, dass es Gespräche über eine Veränderung des Auftrages gebe. Es werde nicht über die Boeing 777 geredet, hieß es übereinstimmend. Hinter der Kulisse der Luxair hatte es während des Besuches geheißen, dass Cargolux auch zukünftig weiter mit 747 und mehr als zehn 747 fliegen werde. In Seattle war es Freitag, 9. November, unmittelbar vor dem Abflug von Luxair-Chef Adrian Ney, zu einem Gespräch des Vorstandsvorsitzenden des Flugzeugherstellers mit den Luxair-Verantwortlichen Ney, Issler und Helminger gekommen.
Die jetzt in der US-Presse verbreiteten Gespräche sollen nicht mehr der Änderung des Kaufvertrages dienen, sondern der Abwicklung des bestehenden Vertrages über 13 Flugzeuge. Sieben Flugzeuge sind nach Cargolux-Aussage finanziert, zum Teil über die US-Außenhandelsbank. Für die Flugzeuge acht bis 13 muss Cargolux Finanzierungen finden. Dazu bedarf es der derzeit diskutierten Kapitalerhöhungen.
Helmut Wyrwich / Tagblatt.lu
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