ArcelorMittal muss sparen und schließt unproduktive Anlagen. Das gleiche Schicksal sollte auch die Lehrlingsschule des Stahlkonzern in Differdingen ereilen. Nun wird sie die im Volksmund als „Léierbud“ bezeichnete Schule vom Staat übernommen. Dort sollen in Zukunft Lehrlinge auf Industrieberufe vorbereitet werden. Das sagte Beschäftigungsminister Nicolas Schmit am Mittwoch.
" class="infobox_img" />In der Léierbud von ArcelorMittal in Differdingen. (Foto: Fabrizio Pizzolante)
Der Begriff verstaatlicht sei wohl nicht angebracht, sagte ein Firmensprecher von ArcelorMittal Tageblatt.lu auf Nachfrage. Richtig sei, dass die Schule in Zusammenarbeit mit dem Staat, der Handelskammer und dem Lycée technique Emile Metz betrieben werde.
13,4 Prozent der Stellensuchenden unter 25
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich im Dezember 2012 erneut verschärft, die Arbeitslosenquote stieg auf 6,4 Prozent. 2277 der 16.963 bei der Adem als erwerbslos eingetragene Personen war jünger als 25 Jahre. Mit einer Quote von 13,4 Prozent liege man unter jener der Jahre 2006/2007 mit 18,7 Prozent, sagte Beschäftigungsminister Nicolas Schmit. Im Dezember 2011 lag diese Rate bei 13,7 Prozent. Sorgen bereite nicht allgemeine Problematik junger Arbeitsloser sondern vor allem jene, junger Jobsucher ohne abgeschlossene Sekundarschulbildung.
Bis vor kurzem konnte junge Menschen auch ohne Abitur schnell eine Arbeit finden. Das sei heute nicht mehr der Fall. Hinzu kommt, dass nur ein kleiner Teil der stellensuchenden, jungen Menschen Arbeitslosengeld bezieht. Ende 2012 waren es knapp 800.
Nicht ganz so dramatisch wie Premierminister Jean-Claude Juncker wollte Schmit die Beziehungen junger Stellensuchender zum Gaststättensektor zeichnen. Immerhin laufe derzeit in Horeca-Bereich ein Projekt zur Ausbildung von bis zu 30 jungen Menschen. Ein Seitenhieb auf Premierminister Jean-Claude Juncker, der sich in den vergangenen Tagen mehrmals über den Unwillen junger, arbeitsloser Menschen geäußert hatte, eine Stelle in einem Restaurant oder in einem Hotel anzunehmen.
Die Frage junger Stellensuchender dürfte auch eines der Schwerpunkte der nationalen Beschäftigungskonferenz am 20. Februar sein.
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