Abbes Jacoby, Fraktionssekretär von «déi gréng», war ein beliebtes Beobachtungsobjekt des Geheimdienstes in den 1970er Jahren. Seit Donnerstag weiss er, was der SREL über ihn weiss.
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Tageblatt.lu: Wie dick ist das Dossier, das der SREL über Sie angelegt?
Abbes Jacoby: «Vom stellvertretenden Generalstaatsanwalt Wivenes habe ich ein Schreiben bekommen und eine Kopie eines Auszugs von Eintragungen auf Mikrofilm. Sie betreffen die Jahre 1975 bis 1980. Darauf sind unter anderem die verschiedenen Adressen zu lesen, wo ich damals gewohnt habe, die verschiedenen Arbeitsstellen, die ich damals hatte. Es wurden jedoch auch regelrechte Observationen gemacht. So steht unter dem Datum vom 2.9.1978, dass ich an einer Versammlung im Lokal der LCR (Ligue communiste révolutionnaire) teilgenommen habe. 1978 soll ich dann einem Meeting des Nicaragua-Komitees im Melusina beigewohnt haben. Weitere Einträge betreffen andere Versammlungen. Festgehalten wurde auch mein Abflug nach Nicaragua. 1982, da hatte ich die LCR längst verlassen, habe ich, laut SREL, Flugblätter auf der Emäischen in Luxemburg verteilt.»
Ihr Dossier enthält demnach nicht nur Zeitungsausschnitte, wie der frührere SREL-Direktor Charles Hoffmann vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss gesagt hatte
«Nein. Es wurden Observationen gemacht, vorhanden sind auch Fotos. Stutzig bin ich jedoch insbesondere über Einträge, die Banküberweisungen betreffen. Da steht zum Beispiel, dass ist 1990 500 LUF an die Solidaritätsvereinigung mit Nicaragua gemacht habe. Die Rede ist auch von zwei weiteren Geldüberweisungen.»
Was gedenken Sie nun zu tun?
«Konkrete Schritte muss man sich noch überlegen. Der parlamentarische Untersuchungsausschuss sollte jedoch meiner Ansicht nach der Frage nachgehen, warum der Ex-SREL-Chef nur von Zeitungsartikeln im SREL-Archiv spricht. Und wie kommt der SREL an meine Banküberweisungen? Weiterhin fragen müsste man sich, was denn mit den gesammelten Daten geschah? Wurde da einfach gesammelt und in der Kartei deponiert?»
Zu Demaart
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