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Biever: Andere wissen, was damals war

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Personen in hoher Position, wissen was damals war. Das hat Generalstaatsanwalt Robert Biever am Dienstag vor Gericht gesagt. Die Angeklagten seien nicht die Drahtzieher, sagt er.

Zeugen, die sich widersprechen, ein Geheimtreffen zwischen einem Verdächtigen und dem Generalstaatsanwalt in der Privatwohnung eines Ermittlers, eine Anzeige gegen einen Zeugen wegen Falschaussage – der 10. Verhandlungstag im Prozess Bommeleeër wartete mit Überraschungen auf.

Logo" class="infobox_img" />Ben Geiben ist einer der 90 Zeugen, die vor Gericht aussagen sollen. (Foto: Pierre Matgé)

Ben Geiben soll der Bombenleger sein. Das hatte der ehemalige Möbelhändler Theodor Wormeringer am Montag im Zeugenstand vor Gericht in Luxemburg gesagt. Beide sollen 1985 kurz miteinandergesprochen haben. Dabei habe Geiben ihm dieses Geheimnis anvertraut. Nur nachweisen müsse man ihm das noch, soll er Wormeringer gesagt haben.

Geiben: «Ich kenne Sie nicht»

Es gab kein Gespräch mit dem Zeugen, sagte Geiben am Dienstag vor dem Richter. Er habe auch keine Tasse Kaffee mit ihm getrunken. Und überhaupt sei er niemals in besagtem Möbelgeschäft gewesen, so Geiben. Am 10. Verhandlungstag wird Geiben mit den Aussagen Wormeringers vom Vortag konfrontiert. Enttäuschung bei Wormeringer, der seinerseits mit Geibens Aussagen konfrontiert wird. Er habe sich mehr Klasse von ihm erwartet, sagt Wormeringer. «Ich kenne Sie nicht», sagt Geiben Wormeringer ins Gesicht.

Wie aus der Vernehmung Geibens hervorgeht, traf dieser sich mit dem Generalstaatsanwalt Robert Biever in der Privatwohnung eines Ermittlers. Wurde hier ein Deal ausgehandelt, fragt Me Gaston Vogel. Er spricht von einem Skandal. Auch Richterin Sylvie Conter ist das Ganze nicht ganz geheuer. So führe man Ermittlungen nicht, sagt sie. An dem Treffen waren auch die zwei Ermittler Klein und Weis beteiligt.

Auf Initiative Bievers

Das Treffen habe auf Initiative von Biever stattgefunden. Er, Biever, habe sich persönlich ein Bild von Ben Geiben machen wollen, sagen Carlo Klein und Marc Weis, die nacheinander in den Zeugenstand gerufen werden. Auch Weis verneint, dass es einen Deal mit Geiben gegeben habe. Die luxemburgische Recht sehe keine Prozeduren für einen Deal, erinnert ihrerseits Richterin Conter.

Generalstaatsanwalt Robert Biever muss in den Zeugenstand. Er bestätigt, dass das Treffen mit Geiben auf seine Anordnung hin stattgefunden hatte. Es gebe Leute in hohen Positionen, die wissen, was damals passiert ist, sagt Biever. Geiben habe jeder Täterschaft bestritten, so Biever. Auf eine gezielte Frage von Me Vogel muss Biever jedoch zurückrudern. Er kenne die Leute nicht, sagt er. Da sei lediglich seine persönliche Meinung. Die Angeklagten Wilmes und Scheer seien nicht die eigentlichen Drahtzieher. Auch Biever bestreitet jeglichen Deal mit Geiben.

Die Verteidigung gibt nicht auf. Me Vogel spricht sehr wohl von einem Deal, aus dem Jahr 1984 zwischen Geiben und Generalstaatsanwaltschaft, das Ganze vor einem pädophilen Hintergrund.

Vogel traut den Aussagen Geibens nicht. Am Mittwoch will er eine Anzeige gegen Geiben wegen Falschaussage einreichen.

«Beste Spur»

Geiben war während der Bombenanschlagsserie ins Visier der Ermittler geraten. Er hatte die «Brigade mobile» der Gendarmerie (BMG) gegründet und geleitet, sie 1982 jedoch überraschenderweise verlassen. Geiben war damals von seinen ehemaligen Kollegen beschattet worden. Die Aktion konnte jedoch keine schlüssigen Beweise für Geibens Implikation in der Affäre liefern. Ermittler Carlo Klein hatte Ben Geiben als «die beste Spur» bezeichnet.

Wormeringer hatte am Montag Geiben auch mit einem gesprengten Strommasten in Florida 1986 in Verbindung gebracht.
Auf Anordnung von Richterin Sylvie Conter wurde Ben Geiben am Dienstag als Zeuge vor Gericht mit den Aussagen von Wormeringer konfrontiert.
(fo/lmo/Tageblatt.lu)