Mai 1940 lebten nahezu 4000 Juden im Großherzogtum Luxemburg. Von diesen 4000 Personen wurden deren 1.380 deportiert. Von diesen 1.380 Personen starben 1.301 in der Deportation. Nur 79 überlebten.
Seit August 1940 hat die Verwaltungskommission aktiv mit dem Chef der Zivilverwaltung (CdZ)bei der Erfassung der jüdischen Bevölkerung Luxemburgs kollaboriert. Im November 1940 erstellt die dem Justizdepartement angeschlossene Ausländerpolizei eine Liste mit den Namen von 471 polnischen Juden. Diese Liste überreicht die Verwaltungskommission dem CdZ.
Der Chef der Zivilverwaltung wendet sich an die luxemburgischen Behörden wegen eines Personalausweises für die Deutschen in Luxemburg. Doch die Behörden lenken die Aufmerksamkeit des CdZ auf die deutschen Juden, die staatenlosen und polnischen Juden. Sie stellen schließlich eine Namensliste von 471 polnischen Juden zusammen, um die der CdZ nicht ausdrücklich gebeten hat, weder zu Beginn noch zum Schluss des Briefwechsels, die sich von September bis November 1940 hinzieht.
Es handelt sich dabei um ein offensichtliches Beispiel einer übereifrigen Verwaltungskommission. Die Entstehung der Namensliste der 471 polnischen Juden zeigt, dass die Tätigkeit des Luxemburger Verwaltung auf allen Ebenen bei weitem nicht nur ein Ergebnis der Politik des CdZ war. Sie konnte dank zahlreicher Initiativen der Mitglieder der Verwaltungskommission und der Beamten auf allen Verwaltungsebenen umgesetzt werden. Wie Paul Cerf bereits 1986 festgestellt hat, weist diese Liste auf die schwere Verantwortung der Verwaltungskommission bei der Erstellung einer Namensdatei über ausländische Juden in Luxemburg hin.
Lesen Sie dazu den ausführlichen Beitrag des Luxemburger Historikers Denis Scuto am Mittwoch im Tageblatt. Darin analysiert er Archivdokumente zu dieser Liste.
Die Dokumente zum Schriftverkehr zwischen den Verwaltungen und dem Chef der Zivilverwaltung können Sie hier abrufen.
Nr. 1;
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Nr. 3;
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Nr. 5;
Nr. 6;
Nr. 7;
Nr. 8;
Nr. 9;
Nr. 10;
Nr. 11;
Nr. 12.
Zu Demaart
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