«Sojus TMA-08M» mit Pawel Winogradow, seinem Landsmann Alexandr Missurkin und US-Astronaut Christopher Cassidy an Bord soll am Gründonnerstag um 21.43 Uhr unserer Zeit vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan starten und am Karfreitag um 03.32 Uhr am Wissenschaftsmodul «Poisk» («Suche») des russischen Segments andocken. Damit erreicht dann die 35. Stammbesatzung wieder ihre Soll-Stärke von sechs Mitgliedern. Derzeit halten dort der Kanadier Chris Hadfield, der Russe Roman Romanenko und der Amerikaner Tom Marshburn allein Wache.
Winogradow, der am 31. August seinen 60. Geburtstag auf der Umlaufbahn feiert, ist die Ideal-Besetzung für die Premieren-Mission. Der diplomierte Maschinenbauer kennt die «Sojus»-Kapseln aus dem Effeff. Jahrelang hat er sie im Raumfahrtkonzern RKK «Energija» als leitender Ingenieur getestet und auch Lehrmaterial über sie für künftige Kosmonauten erstellt. Nach mehreren vergeblichen Anläufen schaffte er 1992 dann selbst den Sprung ins Kosmonautenkorps. Bei zwei Langzeitmissionen in der russischen Raumstation MIR (1997/98) und der ISS (2006) arbeitete er fast 381 Tage in der Schwerelosigkeit.
Den nunmehr möglichen Übergang von den bisherigen Zwei-Tage- zu den Sechs-Stunden-Flügen zur ISS erklärte Winogradow auf der Vorstartpressekonferenz mit der vollen Digitalisierung der «Sojus»-Raumschiffe. Deren neue Bordkomputer berechneten den Kurs jetzt unabhängig von der Bodenstation. Allerdings erfordere die sehr kurze Flugzeit ein weitaus schnelleres und konzentrierteres Handeln der Besatzung.
50 Experimente
Winogradow, Missurkin und Cassidy bleiben 167 Tage im All. In dieser Zeit stehen rund 50 Experimente und fünf Ausstiege in den freien Raum auf dem Programm.
Bisher hat Waleri Rjumin den Altersrekord bei den Russen gehalten. Er war 58, als er 1998 das vierte und letzte Mal ins All flog – allerdings nicht in einer engen «Sojus»-Kapsel, sondern in einem komfortablen US-Shuttle. Unangefochtener Weltrekordler ist indes weiterhin John Glenn, der 1962 erster Amerikaner im Weltraum war. 1998 kehrte er als 77-Jähriger dorthin noch einmal mit einer Raumfähre zurück.
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