Donnerstag15. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Jetzt wird in Richtung Stay Behind ermittelt

Jetzt wird in Richtung Stay Behind ermittelt

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

LUXEMBURG - Eigentlich sollte die Rolle des ehemaligen Hauptverdächtigen, Ben Geiben, weiter beleuchtet werden. Doch in den Mittelpunkt rückte erneut Stay Behind.

Am Mittwoch wurde die Karriere und das Leben von Ben Geiben weiter unter die Lupe genommen. Wie bereits in den Tagen zuvor wurde ersichtlich, dass die Ermittlungen von vielen Fehlern und Pannen geprägt waren. Des Weiteren soll Ben Geiben in Luxemburg besonderen Schutz genossen haben, so Ermittler Carlo Klein im Zeugenstand.

Eingangs der Sitzung von Donnerstag ließ einer der Anwälte der Verteidigung eine Bombe platzen. Im Parlament werde ein Untersuchungsausschuss zu Stay Behind ins Leben gerufen, so Me Gaston Vogel. 2006 sei zu einem Treffen zwischen Premierminister Jean-Claude Juncker, dem damaligen Finanzminister Luc Frieden und Vertretern des SREL (Frank Schneider, Marco Mille, Andre Kemmer) gekommen. Thema sei unter anderem die Rolle der Nato-Geheimarmee Stay-Behind bei den Anschlägen gewesen.

Gaston Vogel ist entrüstet, dass die Informationen über dieses Treffen nie an die Justiz weitergereicht wurden. Er will Juncker und Frieden vor Gericht zitieren. Die Verteidigung betont, dass bewusst nie in Richtung Stay Behind ermittelt wurde.

Auch die Staatsanwaltschaft will mehr Informationen über die Piste Stay Behind erhalten. Das Gericht zog sich daraufhin zur Beratung zurück. Und entschied, dass ein Ermittler sich nächste Woche zu Gladio/Stay Behind äußern soll. Des Weiteren werden die ehemaligen Srel-Agenten Mille, Schneider und Kemmer sowie der Ex-Präsident des Rechungshofs, Gérard Reuter zum selben Thema vorgeladen.

Ermittlungen wurde «Wind aus den Segeln» genommen

Dann widmete sich das Gericht wieder dem Dossier Ben Geiben und fuhr mit der Befragung des Ermittlers Carlo Klein fort. Er zitierte aus Vernehmungsberichten, die zeigten, dass die BMG-Mitglieder, inklusive Marc Scheer, einem der beiden Angeklagten, Geiben für unschuldig hielten.

Es wurde auch wieder erklärt, dass man die Ermittlungen bewusst ins Leere laufen ließ, indem zum Beispiel die Ermittler nicht über Gespräche und Ermittlungeresultate anderer Dienststellen informiert wurden. Auch sollen Polizisten und die Ermittler vom SREL belauscht worden sein. Ernsthaft ermittelt wurde erst, als die Spur Ben Geiben auftauchte. Es weiß aber niemand, wie es eigentlich zu der Spur Ben Geiben kam.

Homosexualität = Problem?

In der ganzen Affäre misstraute jeder jedem. Unklar bleibt weiterhin die Rolle eines führenden Gendarmen. Er soll in Brüssel bei einem Gespräch mit belgischen Kollegen die Ermittler vor die Tür geschickt haben und soll laut Zeugenaussage eine «komische Rolle» in der ganzen Affäre gespielt haben.

Am Montag geht Ermittler Carlo Klein auf die Vernehmungen von Srel-Beamten ein.
(fo/rh/Tageblatt.lu)