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Wissen die Gendarmen-Chefs mehr?

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Was wussten die Gendarmerie-Beamten, die an der Untersuchung der Bombenanschläge beteiligt waren, von den Hintermännern? Damit befasste sich auch am Donnerstag das Gericht. Meistgenannter Name: Ben Geiben.

Von einer kollektiven Amnesie sind viele Beamten befallen, die unmittelbar an der Untersuchung der Bombenanschläge der Jahre 1984 bis 1986 beteiligt waren. Das Gericht hatte sich am Mittwoch Auszüge aus den Protokollen der Gespräche angehört, die später mit Polizei- und Gendarmeriebeamten durchgeführt worden waren. Die damals vernommenen Zeugen hätten sich wohl abgesprochen, hatte Chefermittler Carlo Klein am Mittwoch den Richtern gesagt.

Am Donnerstag wollte sich das Gericht unter anderem mit den Aussagen des vormaligen Gendarmerie-Chefs Aloyse Harpes beschäftigten. Harpes hatte das Kommando am 1. Oktober 1985 übernommen. Zu Beginn der Zeugenanhörung teilte das Gericht mit, dass der parlamentarische Untersuchungsausschuss Geheimdienst dem Gericht die Unterlagen über die Vernehmung von ehemaligen SREL-Agenten zugestellt hat. Staatsanwaltschaft und Verteidigung waren damit einverstanden, dass zwischen der SREL-Affäre und der Bommeleeër-Affäre klar getrennt wird. Die ehemaligen SREL-Beamten hatten unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt.

Aloyse Harpes: «Geibens Profil passte ins Täterbild»

Aloyse Harpes war 2005 als Zeuge gehört worden. Befragt wurde er damals auch zur Spur Ben Geiben, des Mitbegründers der Gendarmerie-Spezialeinheit Brigade mobile. Geiben galt als einer der Hauptverdächtigen in der Affäre. Harpes zufolge habe Geibens Profil in das Täterbild gepasst, zitiertt Ermittler Klein aus dem Bericht am Donnerstag vor Gericht. Die Ermittlungen gegen Geiben wurden jedoch abgebrochen. Harpes will keinen Druck ausgeübt haben. Er wisse auch nicht, wie die Ermittlungen ausgegangen sind, sagte er den Ermittlern 2005. Zwei Jahre später, 2007, sagte Harpes den Ermittlern, er habe die Ermittlungen gegen Geiben in Auftrag gegeben.

Interessant waren die Angaben Harpes‘ zu den möglichen Motiven der Bombenleger: Sie wollten die Gendarmerie ärgern, da sie wussten, dass sie damals schlecht aufgestellt war, so der ehemalige Gendarmerie-Chef.

Harpes würde damit jene Hypothese bestätigen, dass die Bombenleger auf die Mängel bei der Gendarmerie und den Ordnungskräften insgesamt hinweisen wollten. Durch die Aktionen sollte Druck auf die Politik ausgeübt werden, der Gendarmerie zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen.

Vor Gericht kamen jedoch auch Aussagen von Harpes aus der Privatleben von Geiben. Geibens Affäre mit seinem Schwager könnte der Auslöser für seinen Austritt aus der Gendarmerie sein.