Der 95-Jährige vertraute der belgischen Zeitung «Le Soir» seine Gedanken über den Tod an, die den Fall am Montag öffentlich machte. «Ich habe vor dem Danach keine Angst, denn ich bin nicht gläubig», sagte de Duve in dem bereits Anfang April geführten Gespräch mit der Zeitung. «Ich werde
verschwinden, es wird nichts bleiben.»
Laut «Le Soir» war de Duve schwerkrank und hatte sich deshalb für Sterbehilfe entschieden. Er wollte nur noch die
Ankunft seines Sohnes aus den USA abwarten, um im Kreise seiner Familie aus dem Leben zu scheiden. Seine Tochter Françoise sagte dem Blatt, ihr Vater sei sehr gelassen gewesen: «Er sagte uns Adieu und lächelte uns zu, dann ging er von uns».
1974: Nobelpreis
In Belgien ist die aktive Sterbehilfe seit 2012 unter einer Reihe von Bedingungen zugelassen. De Duve wurde 1917 in Großbritannien als Sohn einer belgischen Adelsfamilie geboren. Er studierte Medizin und Chemie und beschäftigte sich insbesondere mit Zellbiologie.
1974 erhielt er mit zwei weiteren Forschern den Nobelpreis. Belgiens Ministerpräsident Elio Di Rupo würdigte de Duve am Montag als Wissenschaftler von außergewöhnlichem Format. Zuvor hatte de Duve im Gespräch mit «Le Soir» kritisiert,
dass die Politik die Wissenschaft zu wenig beachte. Di Rupio, selbst Doktor der Chemie, «hat mich nie um meine
Meinung gefragt», sagte er.
Zu Demaart
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