Nachdem der Geheimdienst Ende April plötzlich sein Wissen in Form von entsperrten Akten über «Stay Behind» an die Justiz gab, ordnete Richterin Sylvie Conter eine einwöchige Aussetzung des Prozesses an. Zeit für die Justiz, Ermittler und die Verteidigung der beiden Angeklagten Jos Wilmes und Marc Scheer, um die Unterlagen zu der Untergrund-Armee in Luxemburg zu studieren.
Die beiden Anwälte Gaston Vogel und Lydie Lorang werden nach der Aktenlage und der Veröffentlichungen in den Medien vergangene Woche über «Stay Behind», sowie dem Nato-Manöver «Ösling84», zahlreiche Fragen an die Justiz aufwerfen.
Wann kommen die Zeugen?
Geklärt werden soll auch, wann Staatsminister Jean-Claude Juncker vor Gericht über «Stay Behind» gehört wird. Durch eine Fülle von neuen Details und Zeugenaussagen hat sich die eigentliche Anhörung der geladenen Zeugen nach hinten verschoben. Alleine der Aspekt Ben Geiben hatte sich über mehr als zwei Verhandlungswochen gezogen.
Laut Ermittler Carlo Klein war Geiben die heißeste Spur, allerdings auch eine, die im Sand verlief. Ermittler Joël Scheuer wird diese Woche noch auf die technischen Details zu der Anschlagsserie zwischen 1984 und 1986 eingehen. Er sieht eine Spur zur damaligen Gendarmerie. Laut «Luxemburger Wort» liegen die Ergebnisse der Ermittlungen gegen den Zeugen Andreas Kramer vor. Der deutsche Historiker hatte in einer eidesstattlichen Erklärung ausgesagt, sein Vater, ein ehemaliger BND-Offizier, habe die Anschläge unter anderem in Luxemburg ausgeführt.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können