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Neues Werkzeug für die Krebsforschung

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2009 gab es 2.095 neue Krebsfälle in Luxemburg. Bis dato wurde jeder neuer Krebsfall zwar in dem „Tumor-Register“ aufgezeichnet, einer Datensammlung, die allerdings nicht allen statistischen und medizinischen Anforderungen gerecht wurde.

„Bis dato hatten wir keine Möglichkeit, die Resultate der Behandlungen unserer Patienten mit denen im Ausland zu vergleichen und zu ermitteln, wie gut unsere Behandlungen sind“, sagte Dr. Guy Berchem gestern.

Die neue Datensammlung soll dem Abhilfe schaffen. Ärzten und Forschern wird durch das Krebsregister die Möglichkeit geboten, die Krebserkrankungen im Allgemeinen und auch den Verlauf eines Krankheitsfalles zu verfolgen. Die Daten sollen laut Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo auch Aufschluss darüber geben, welche Maßnahmen in der Krebsbekämpfung erfolgreich sind und welche nicht.

Doch das Register soll auch eventuell helfen, noch unbekannte Krebsursachen zu erkennen, hoffen die Spezialisten.

Meldungspflicht

Die Ärzte und Kliniken müssen fortan jeden Krebsfall an das Register melden. Weitere Datenlieferanten sind das „Centre François Baclesse“ im Falle einer Radiotherapie, die Laboratorien, die Analysen durchführen sowie das Krebserkennungsprogramm.

Erfasst werden alle relevanten Daten von in Luxemburg diagnostizierten oder behandelten Krebsfällen, unabhängig davon, ob die Patienten in Luxemburg leben oder nicht.

Datenschutz

Die Daten werden in anonymer Form in diesem Register vorhanden sein, d.h. arbeitet ein Forscher mit Daten von Krebskranken, wird er nicht deren Namen oder sonstige Daten erfahren, die den Patienten identifizieren können.

Ein Krebspatient hat jedoch das Recht, die Aufnahme seiner Krankendaten in das Register zu verweigern, was er in schriftlicher Form tun muss. Der Patient hat ebenfalls Zugriff auf die Daten im Krebsregister, die seine Person betreffen. Die Daten, die für das Register gesammelt werden, sind umfassender Natur. Es sind personengebundene Daten wie Alter, Geschlecht und Wohnort des Patienten und Informationen über die Krankheit.

Vier Komitees

Weltweit gibt es rund 140 Krebsregister, allerdings waren Luxemburg und Griechenland bis vor Kurzem noch die einzigen Länder, denen ein solches Instrument im Kampf gegen den Krebs fehlte. Vier Komitees werden die Arbeit des Registers überwachen und leiten. Zwei von diesen – dem wissenschaftlichen Komitee und dem Überwachungskomitee – wird übrigens auch ein Vertreter der Patienten angehören.

Regelmäßig wird das Krebsregister Statistiken zu den Krebserkrankungen in Luxemburg erstellen und auf seiner Website veröffentlichen.