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«Kepler» hat ein Rad ab

«Kepler» hat ein Rad ab

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Das Weltraumteleskop "Kepler" muss seine Suche nach einer zweiten Erde vorerst einstellen - möglicherweise sogar für immer. Ein Reaktionsrad ist ausgefallen.

Wie die NASA am Mittwoch mitteilte, kann das Teleskop aufgrund eines technischen Problems derzeit nicht mehr gezielt zur Ausspähung des Weltraums nach erdähnlichen Planeten ausgerichtet werden. Experten wollen in den nächsten Wochen entscheiden, wie es mit «Kepler» weitergehen
soll.

«Kepler» ist seit 2009 äußerst erfolgreich im Einsatz. Auf seiner Mission entdeckte das Teleskop rund 2740 potenzielle «Exoplaneten»: Das sind Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, auf denen es flüssiges Wasser geben könnte – die Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen. Erst im April hatte ein internationales Forscherteam die Entdeckung der beiden Exoplaneten Kepler-62e und Kepler-62f bekanntgegeben, die etwas größer sind als die Erde und in 1200 Lichtjahren Entfernung eine Sonne im Sternbild Leier umkreisen.

Sicherheitsmodus

Am Dienstag stellte die US-Weltraumbehörde NASA fest, dass eines der Reaktionsräder endgültig ausgefallen ist, die das Teleskop im Weltraum ausrichten. «Kepler» sei daraufhin in einen «Sicherheitsmodus» gefahren worden, sagte der wissenschaftliche Leiter der Mission, John Grunsfeld. Auf diese Weise seien die Sonnensegel nun so ausgerichtet, dass das Teleskop seine Batterien wieder aufladen und die Kommunikation mit der Bodenstation auf der Erde fortführen könne.

Wissenschaftler hatten mit einem derartigen Problem bereits gerechnet, denn die Reaktionsräder haben nur eine begrenzte Lebensdauer, und eines von ihnen war bereits im Juli ausgefallen
und nicht mehr aktiviert worden. Um die Lage des Raumfahrzeugs stabil zu halten, werden aber mindestens drei dieser Räder benötigt.

Laut NASA könnte die auf mindestens vier Jahre angelegte und rund 600 Millionen Dollar (rund 460 Millionen Euro) teure Prestige-Mission nun vorzeitig zu Ende gehen. «Leider befindet sich Kepler nicht an einem Ort, zu dem wir Astronauten zu seiner
Reparatur hinschicken könnten», sagte Grunsfeld. Die Ingenieure seien dabei, nach anderen Möglichkeiten Ausschau zu halten. «Noch sind wir nicht bereit, das vorzeitige Ende von ‚Kepler‘ zu
verkünden», sagte er weiter, fügte aber gleichzeitig hinzu, dass die Mission in jedem Fall ein voller Erfolg gewesen sei.