Wem Asyl in Luxemburg verweigert wird, muss zurück in sein Ursprungsland. So erging es auch einem marokkanischen Bürger vor wenigen Wochen, nur dass für den Flug nach Marokko ein Privatjet gemietet wurde. Der Vorfall war unter anderem vom ehemaligen Asti-Präsidenten Serge Kollwelter beanstandet worden. Für den angemieteten Privatjet wurden laut Immigrationsminister Nicolas Schmit rund 17.800 Euros bezahlt. Begleitet wurde der Mann von sieben Polizeibeamten, einem Beobachter vom Roten Kreuz, einem Arzt und einem Vertreter der Immigrationsbehörde.
Den Aufwand erklärt Schmit in seiner Antwort auf die parlamentarische Frage des ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser mit der Person des Zurückgeführten. Der Mann wird als gewalttätig und unvorhersehbar beschrieben. Zwei Rückführungen an Bord einer normalen Linienmaschine waren wegen seines aggressiven Verhaltens gescheitert.
Der marokkanische Bürger hatte am 4. Mai 2007 einen Flüchtlingsantrag gestellt und sich dabei als Iraker ausgegeben.
Seit 2008 ohne gültige Papiere
Die Immigrationsbehörde hatte den Antrag am 12. Dezember 2008 abgelehnt. Da der Mann nicht in Berufung gegangen sei, habe er sich seit dem 27. Dezember 2008 illegal in Luxemburg aufgehalten, so Schmit. Laut Polizeibericht liegen gegen den Mann sieben Strafmandate wegen verschiedener Verstöße und Delikte vor. Wegen Diebstahls sass er sechs Monate lang im Gefängnis. Zweimal habe er versucht, mit Großherzog Henri in Verbindung zu treten.
Laut Immigrationsgesetz darf der Mann während der nächsten drei Jahre nicht mehr nach Luxemburg kommen, andernfalls eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren und eine Geldstrafe bis zu 3000 Euro droht. Es ist der erste Fall eines Rückflugs mit gemieteter Maschine seit 2008, so Schmit.
Zu Demaart
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