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Mit weiteren Details zu den Bombenanschägen und möglichem Insiderwissen befasste sich das Gericht am 42.Verhandlungstag des Bommeleeër-Prozesses. Aufhorchen ließ eine mögliche SREL-Beschattung von Ermittlern.

Der Prozesstag startet mit einem Paukenschlag: Der Geheimdienst liess in den Jahren 2007/2008 die Ermittler im Dossier Bommeleeër beschatten. Entsprechende Informationen bestätigte Ermittler Carlo Klein am Dienstag vor Gericht. Ein damaliger SREL-Beamte hatte einen Privatdetektiv auf die Ermittler angesetzt. Davon wussten die Ermittler seit dem 8. Mai, so Klein am Dienstag. Ob es ein Alleingang des damalige SREL-Beamten André Kemmer war oder nicht, müssten weitere Ermittlungen zeigen.

Geklärt werden müsste auch die Frage, ob es in diesem Zusammenhang Telefonüberwachungen gab. Wenn ja, müsste Premierminister Jean-Claude Juncker grünes Licht dazu gegeben haben, so Me Gaston Vogel, der von einem Skandal spricht.

Mit dem Anschlag auf das Haus des damaligen Gendarmerie-Kommandanten Wagner am 25. März 1986 ging die Attentatsserie zu Ende. Diesen Ereignissen, die das Land fast zwei Jahre in Atem gehalten hatten, folgten etliche Reformen. Ermittler Marc Weis nennt dabei straffere Strukturen bei den Ordnungskräften, bessere Schießübungen, die Verstärkung der Spezialeinheit. Dabei fällt die Bemerkung «Das Ziel ist erreicht». Wer das denn behauptet habe, so Me Gaston Vogel. Wer von einem Ziel spricht, müsse auch die Idee für ein solchen Ziel lanciert haben, sagt er.

Kein Zusammenhang Bombenanschläge-Reformen?

Befragungen in diesem Zusammenhang ergaben, dass die meisten Beamten keinen starken Zusammenhang zwischen den Anschlägen und den anschließenden Reformen im Polizeiapparat sehen, so Ermittler Weis vor Gericht. Er verweist darauf, dass auch andere Kreise von den Anschlägen profitierten. So zahlte die Cegedel, deren Strommasten gesprengt wurden, 200 Millionen Flux an private Sicherheitsfirmen.

Fakt ist jedoch, dass zwischen 1985 und 1990 insgesamt 120 neue Posten bei den Ordnungskräften geschaffen wurden. Zuvor waren im Schnitt 10 bis 15 Mann pro Jahr bei der Gendarmerie eingestellt worden. Alles sei sehr langsam abgelaufen, so Ermittler Weis. Langsam liess man es auch bei der Erneuerung der Anschaffung von technischem Material wie Waffen, Funkgeräte und Schusswesten angehen.

Erneut die Insiderspur

Von den Motiven der Täter kam das Gericht am Mittwoch erneut zur Insider-Spur zurück. Wie in den Tagen zuvor Ermittler Carlo Klein weist auch Ermittler Joël Scheuer auf die Gendarmerie. «Die Erpressungsgeschichte (gegen die Cegedel) war ein Ablenkungsmanöver der eigentlichen Ziele der Täter. Dazu passen Ausbildung und Job bei der Brigade Mobile», so Scheuer.

Es gab keine Ermittlungen zum möglichen Insiderwissen außer in der Spur Ben Geiben. Der damalige stellvertretende BMG-Chef Jos Steil habe die Beschattung von Ben Geiben auffliegen lassen, so Scheuer. SREL-Agent Kaudé habe damals Steil als tatverdächtig betrachtet. Schwere Vorwürfe erhebt Scheuer gegen den damaligen BMG-Chef und späteren Polizeigeneraldirektor Pierre Reuland. Dieser habe damals die Beschattung von Geiben in Auftrag gegeben, bei späteren Vernehmungen will er jedoch nichts mehr davon wissen. Reuland habe bei der Vernehmung gelogen, meint Scheuer.