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Trügerische Ruhe

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Dank außergewöhnlicher staatlicher Zuschüsse schließt die Pflegeversicherung das Jahr 2012 mit einem Überschuss ab. 12.728 Personen wurden von der Pflegeversicherung unterstützt.

553,2 Millionen Euro gab die Pflegeversicherung im Jahr 2012 für Pflegedienste an 12.728 Personen aus. Dem standen Einnahmen von 566 Millionen Euro gegenüber. Der Überschuss von 12,8 Millionen Euro fließt in die Reserven, so die Gesundheitskasse, welche die Pflegeversicherung verwaltet, am Mittwoch.

Der Überschuss verschleiert jedoch die Tatsache, dass die Pflegeversicherung defizitär ist. Die Mehreinnahme erkläre sich durch eine Erhöhung der staatlichen Zuwendung auf 35 Prozent der laufenden Ausgaben, so die CNS. Hinzu kam eine einmalige Entschädigung des Staates, weil dieser es versäumt hatte, in den Jahren 2006 bis 2012 den Pflegeversicherungsbeitrag auf Einnahmen aus der Quellensteuer auf Zinserträge an die CNS abzuführen. Der Pflegeversicherungsbeitrag von 1,4 Prozent wird auf alle Einkommensarten erhoben.

Defizitär

Ohne diese Sondereinnahmen in Höhe von 69,2 Millionen Euro hätte die Pflegeversicherung wie 2011 bereits mit einem Defizit abgeschlossen, so die CNS.

Im Jahr 2012 kamen 12.728 Personen in den Genuss von Naturalleistungen seitens der Pflegeversicherung, davon lebten 4.262 Personen in einem Pflegeheim oder in einem integrierten Seniorenheim. 8.466 Personen wurden von Pflegediensten betreut. Dementsprechend unterschiedlich fallen auch die Kosten pro Patient aus. Für eine pflegebedürftige Person in einem Heim zahlte die Versicherung 2012 durchschnittlich 4.512 Euro im Monat, Pflege zuhause kostete im Schnitt 2.416 Euro monatlich.

Die finanziellen Aussichten der Pflegeversicherung zeichnet die CNS in düsteren Farben. Ab 2014 stehe ein Defizit ins Haus. Bis 2030 könnte die Zahl der pflegebedürftigen Personen und Kunden der Pflegeversicherung auf 18.000 steigen. Werde nicht gegengesteuert, müsste der Beitragssatz auf 1,73 Prozent angehoben werden, es sei denn die Zahl der Beschäftigten steigt um 2,10 Prozent jährlich, hatte Sozialminister Mars di Bartolomeo im Mai dieses Jahres gesagt.