Knapp 24 Stunden nach seiner parlamentarischen Frage an Premierminister Jean-Claude Juncker hat der DP-Abgeordnete und Parteipräsident Xavier Bettel eine Antwort bekommen und seine Frage zurückgezogen. Juncker soll in einem Gespräch mit zwei Gästen im Staatsministerium gesagt haben, es sei sexy, homosexuell und anders zu sein. Bettel wollte wissen, ob der Premierminister diese Aussage tatsächlich gemacht habe.
Juncker habe ihn am Donnerstagmorgen angerufen und versichert, er, Juncker, habe derlei niemals gesagt, so Bettel auf seiner Facebook-Seite. Um die Wahlkampagne nicht durch diese Polemik zu belasten, habe er dem Parlamentspräsidenten mitgeteilt, dass seine Frage durch die mündliche Erklärung des Premier beantwortet sei und damit das Dossier für ihn geschlossen sei.
Der Vorgang erinnert an den Verlauf der Parlamentsdebatte am 10. Juli. Damals war die Parlamentssitzung kurzerhand beendet worden, nachdem der Premierminister zum Schluss seiner Rede zur SREL-Affäre angekündigt hatte, er werde am nächsten Tag dem Großherzog die Auflösung des Parlaments vorschlagen. Zur Abstimmung vorliegende Motionen verschwanden in der Schublade. Nun beantwortet der Regierungschef eine parlamentarische Anfrage nicht in gewohnter Manier schriftlich an alle Abgeordneten und an die Öffentlichkeit, sondern mündlich. Der Fragesteller knickt ein, zieht sein Frage zurück und teilt dies nicht über den Chamber-Verteiler mit, über den die parlamentarische Anfrage am Mittwoch eintraf, sondern über ein soziales Netzwerk.
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