Es gebe so gut wie keinen Zweifel mehr an einem kriminellen Hintergrund, verlautete am Freitag aus Ermittlerkreisen im südfranzösischen Perpignan, wo die Frauen am 14. Juli letztmals gesehen wurden. Wegen eines weiteren Vermissten-Falls konzentrieren sich die Ermittlungen zunehmend auf den Familienvater Francisco B., der sich am Montag das Leben genommen hatte. In einem Abschiedsbrief hatte er noch seine Unschuld beteuert.
In den vergangenen Tagen fanden die Ermittler heraus, dass eine frühere Geliebte des Fremdenlegionärs B. vor knapp zehn Jahren unter ähnlich mysteriösen Umständen verschwunden war wie nun die Ehefrau und die Tochter. Die Brasilianerin wurde zuletzt 2004 im südfranzösischen Nîmes gesehen, B. wurde damals als Zeuge befragt. Angesichts der Parallelen glaubt die Polizei nun auch, dass B.s Frau und Tochter Opfer eines Verbrechens wurden.
Alter Fall wird wieder aufgerollt
In Nîmes wurden die Ermittlungen zum Verschwinden der Brasilianerin neu aufgenommen, ermittelt wird wegen Entführung und Freiheitsberaubung. Die Ermittlungen könnten mit denen in Perpignan zusammengeführt werden, wo die Polizei den Verbleib von B.s Tochter Allison und seiner 53 Jahre alten Ehefrau – das Paar wollte sich scheiden lassen – klären will.
Von den beiden Frauen fehlt seit dem französischen Nationalfeiertag jede Spur: Ihre Handys sind ausgeschaltet, in sozialen Netzwerken haben sie keine neuen Einträge verfasst, von ihren Bankkonten kein Geld abgehoben. Die Suche der Polizei nach ihnen verlief bislang ergebnislos, obwohl ihre Fotos in ganz Frankreich verbreitet wurden und die Presse ausgiebig über den Fall berichtete.
Schönheitswettbewerb
Im Zuge der Ermittlungen sagte B. der Polizei, seine Tochter und seine Ehefrau hätten das Haus mit Koffern und ohne Erklärungen verlassen und nur gesagt, sie wollten nach Toulouse fahren. Angehörige der Familie wunderten sich über das Verschwinden der beiden Frauen vor allem, weil Allison eigentlich an dem regionalen Schönheitswettbewerb Miss Roussillon teilnehmen wollte.
Am Freitag wurde bekannt, dass in die Wohnung der Familie in Perpignan eingebrochen wurde. Laut Ermittlern durchwühlten Unbekannte die Wohnung auf der Suche nach wertvollen Gegenständen, der Einbruch soll aber nicht mit dem Verschwinden der Frauen zusammenhängen. Die Polizei hatte die Wohnung bereits durchsucht und versiegelt.
Zu Demaart
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