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Goldener Löwe für italienische Doku

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Überraschung beim Filmfest Venedig: Eine Dokumentation über das Leben an einem römischen Autobahnring gewinnt den Goldenen Löwen.

Der Goldene Löwe des 70. Internationalen Filmfestivals Venedig bleibt in Italien. Die Dokumentation «Sacro GRA» von Regisseur Gianfranco Rosi gewann am Samstagabend die begehrte Auszeichnung. Damit geht der Hauptpreis des Filmfestes zum ersten Mal an eine Dokumentation. Das Werk beobachtet das Leben von Menschen am römischen Autobahnring GRA. Dazu gehören Rettungssanitäter, Prostituierte und Bewohner anliegender Häuser.

Regisseur Rosi strukturiert den Film nicht als klassische Dokumentation – seine Protagonisten sprechen nie direkt in die Kamera. Es ist der erste Goldene Löwe für Rosi. Zuletzt hatte Filmemacher Gianni Amelio 1998 mit dem Drama «So haben wir gelacht» die Trophäe nach Italien geholt.

Zwei Auszeichnungen gingen nach Griechenland: Für das Drama «Miss Violence» gewann Regisseur Alexandros Avranas den Silbernen Löwen für die beste Regie. Dessen Hauptdarsteller Themis Panou erhielt die Trophäe als bester Schauspieler.

Elena Cotta – beste Schauspielerin

Mit dem Großen Preis der Jury wurde der Beitrag «Jiaoyou (Stray Dogs)» aus Taiwan geehrt. Regisseur Tsai Ming-liang hatte 1994 für sein Drama «Vive l’Amour – Es lebe die Liebe» den Goldenen Löwen gewonnen. Als beste Darstellerin wurde die italienische Schauspielerin Elena Cotta (82) für ihre Leistung in dem Drama «Via Castellana Bandiera» der Regisseurin Emma Dante ausgezeichnet.

Die Preise wurden von einer neunköpfigen Jury unter Vorsitz des italienischen Regisseurs Bernardo Bertolucci verliehen. Das Filmfestival ist das älteste der Welt. Es zählt neben Cannes und Berlin zu den wichtigsten der Branche.