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Das Erzbistum schreibt rote Zahlen

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Das Erzbistum Luxemburg hat am Freitag erstmals Zahlen über seine Finanzsituation offengelegt. Die finanzielle Situation sei weniger gut als erhofft, heißt es.

Die katholische Kirche Luxemburgs übt sich in Transparenz. Am Freitag legten Generalvikar Erny Gillen und Diözese-Ökonom Egon Seywert die Eckdaten des Unternehmens Kirche vor. Mit dabei bei der Vorstellung war unter anderem Luc Henzig von der Unternehmensprüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers. Obwohl man nicht dazu verpflichtet sei, sei es ein Anliegen des Erzbischofs, die konsolidierte Bilanz der Kirche nach den für Handelsgesellschaften üblichen Richtlinien durchzuführen, hieß es bei einer Pressekonferenz.

Den Bistumszahlen zufolge hat die Kirche ein Nettovermögen von 92 Millionen Euro. Diese Zahl spiegele die über die Beteiligungsgesellschaften dem Erzbistumg gehörenden Vermögensgegenstände wider. Der Umsatz aus den kommerziellen Aktivitäten beläuft sich auf 73,6 Millionen Euro. Die Schuldenlast betrage 54 Millionen Euro. Auf Immobilien wurden Wertberichtigungen in Höhe von 19 Millionen Euro geführt. Um 25 Millionen Euro abgewertet wurden die Beteiligungen an den Handelsgesellschaften. Diese einmaligen Bereinigungen sowie ein jährlich wiederkehrendes Defizit im Erzbistum selbst hätten 2012 zu einem negativen Resultat von 50 Millionen Euro geführt. Das strukturell bedingte Defizit des Erzbistums belaufe sich auf 4,2 Millionen Euro.

Restrukturierung

Die finanzielle Situation des Erzbistums sei damit weniger gut als erhofft, aber fest genug, um mit Zuversicht die pastoralen und wirtschaftlichen Handlungsfelder anzugehen, hieß es am Freitag. Konkret bedeutet das, dass nach der Restrukturierung des Medienhauses St. Paul nun auch der pastorale Bereich umstrukturiert wird. Die Kirche will ihr Dienstleistungsangebot ausbauen, ohne dass zusätzliche Beschäftigte eingestellt werden.

Die katholische Kirche zählte Ende 2012 laut ihrem Jahresbericht 317 Angestellte, davon 118 aus dem Klerus und 199 nichtkirchliche Mitarbeiter. 255 Kirchenangestellte werden u.a. für den Schulunterricht vom Staat bezahlt, was einem globalen Betrag von 23,42 Millionen Euro gleichkommt. 62 werden direkt vom Erzbistum entlohnt.

Die Vermögenswerte der Kirche werden von der Gesellschaft Lafayette S.A. kontrolliert, deren einziger Anteilhaber das Erzbistum ist. Lafayette S.A. hält sämtliche Anteile der St.Paul S.A. und der Immobiliengesellschaft Maria Rheinsheim S.A. Letztere verwaltet die erzbischöfliche Residenz und das Centre Convict in der hauptstädtischen Avenue Marie-Thérèse. Zum Immobilienpark gehören des Erzbistums gehört unter anderem auch das ehemalige Redaktions-und Druckereigebäude in der hauptstädtischen Origer-Straße.

Nicht in die Bilanz des Erzbistums fließen die Vermögenswerte der Kongregationen, die etwa Altersheime und Krankenhäuser besitzen, oder der Kirchenfabriken.