Wie Radio 100,7 am Samstag meldete, erhärtet sich der Verdacht, dass es zwischen dem Archiv des Geheimdienstes SREL in der Zentrale in der Escher Straße in Luxemburg und der Datenbank in Senningen erhebliche Unterschiede gibt. Im Senninger Schloss sollen rund 40.000 Dateien auf Mikrofilme gelagert sein, meldete Radio 100,7 am Samstag.
Die Auswertung erweist sich als sehr zeitaufwändig, da jede einzelne Datei durch ein Spezial-Lesegerät muss. Das Senninger Archiv, angeblich eine Kopie, war am 22. April von der Justiz versiegelt worden. Allein Ermittler haben Zugriff darauf. Von der Existenz dieser Datenbank hatte zuerst Radio 100,7 im April berichtet. Weder der parlamentarische Kontrollausschuss SREL noch das Staatsministerium, das den Geheimdienst kontrollieren soll, wussten von diesem zweiten Archiv. Sogar die Justiz, die 2003 im Zusammenhang mit der Bommeleeër-Affäre eine Hausdurchsuchung beim Geheimdienst durchgeführt hatte, war informiert.
Stichproben
Der Untersuchungsausschuss SREL hatte bereits im April bei Stichproben Unterschiede zwischen den zwei Archiven festgestellt. Laut Radio 100,7 müsse geprüft werden, ob sich in Senningen Unterlagen über die Personen befinden, die um Einsicht in ihre SREL-Akte gefragt hatten.
Das Archiv in der Escher Straße war vom parlamentarischen Untersuchungsausschuss SREL versiegelt worden. Personen, die beim stellvertretenden Generalstaatsanwalt um Informationen über mögliche, sie betreffende Einträge im SREL-Archiv fragten, wurden Kopien aus allein diesem Archiv zugestellt, nachdem der Untersuchungsausschuss sein Einverständnis zur Entsiegelung gegeben hatte.
Das Senninger Archiv könnte für den Bommeleeër-Prozess wichtige Unterlagen enthalten. Diese Vermutung hatte Staatsanwalt Georges Oswald am 19. September vor Gericht geäußert. Er hatte von Richterin Sylvie Conter Zugang zum SREL-Archiv im Senninger Schloss gefordert. Me Lydie Lorang, Verteidigerin des Angeklagten Jos Wilmes hatte am 23. September während der Gerichtsverhandlung kritisiert, dass die Ermittler ohne Kontrolle die Akten in Senningen sichten würden. Es wird vermutet, dass in Senningen Dokumente im Zusammenhang mit der Nato-Geheimarmee Stay-Behind und ihrer Verbindungen zum Geheimdienst aufbewahrt werden.
Zu Demaart
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