Gerade aufgrund der aktuellen Situation am Immobilienmarkt fordern immer mehr Menschen konkrete Lösungen des Problems steigender Miet- und Kaufpreise und verlangen von der Politik, in diesem Bereich etwas zu unternehmen, damit nicht immer mehr Menschen Luxemburg verlassen müssen um sich im umliegenden Grenzgebiet anzusiedeln. So gut wie jede Partei hat zu diesem Thema eigene Lösungsansätze.

Déi Lénk will jedes Jahr 6500 neue öffentliche Wohnungen bauen lassen, um der demographischen Entwicklung gerecht zu werden. Auch will die Partei eine Obergrenze für Mieten definieren und die Gemeinden verpflichten, mindestens 10% Sozialwohnungen zu schaffen.
Zusätzlich soll es eine neue Steuer auf leerstehende Wohnungen und großes ungenutztes Bauland geben, um Immobilienspekulation zu verhindern.

Die ADR will den Wohnungsbau künftig fördern, indem Prozeduren vereinfacht werden und die zugelassene Baudichte erhöht wird, etwa durch die Erhöhung der erlaubten Anzahl der Stockwerke. Zusätzlich sollen Staat und Gemeinden Grundstücke zu „richtungsweisenden Preisen“ an Privatpersonen verkaufen. Auch in der Erweiterung des Bauperimeters, sowohl durch die öffentliche Hand, wie auch durch private Akteure, sieht die ADR ein Mittel zur Bekämpfung der Wohnungsnot. Die Reformpartei will auch den Mietkauf als Möglichkeit ausbauen und 500 Übergangswohnungen für Obdachlose bauen. Dennoch lehnt sie die Besteuerung leerstehender Wohnungen und ungenutzten Landes ab und verweist auf den Schutz des Privateigentums. Auch will sie beschleunigte Kündigungsverfahren um die Vermieter zu schützen

Die Kommunistische Partei Luxemburgs fordert, hier noch ehrgeiziger als déi Lénk, den Bau von 40.000 neuen öffentlichen Wohnungen innerhalb der nächsten 5 Jahre, die Beschränkung der Miete auf 10% des Einkommens des Mieters und die Verstaatlichung von Wohnungen, die mehr als zwei Jahre leerstehen.

Die Demokratische Partei stellt in ihrem Wahlprogramm klar, dass sie gegen die Erhöhung aktueller Subventionen im Wohnungsbau ist, da diese nicht zielführend sind. Vielmehr sollte darauf gesetzt werden, dass schleunigst mehr Bauland auf den Markt kommt. Baulandverträge und Bebauungspflicht sollten eher als Instrument genutzt werden, um dies zu ermöglichen.
Weiter will sie, zusammen mit den Gemeinden verbindliche Ziele festlegen und öffentlich-private Partnerschaften eingehen, um Sozialwohnungen zu bauen. Auch soll eine Reform der Grundsteuer in Kraft treten, sodass ungenutztes Bauland und leerstehende Wohnungen graduell stärker belastet werden können. Das Vorkaufsrecht und Enteignungen hingegen will die DP als Instrument einschränken.

Die recht junge Piratepartei fordert in erster Linie weniger Intervention: Bei Bebauungsplänen soll es nur noch minimale Vorschriften geben, Bauperimeter sollen erweitert werden, eine „Wunnengstripartite“ eingerichtet werden und Makler und Promoteure sollen selbst über die Höhe ihrer Provision entscheiden dürfen.

Déi Gréng wollen das Recht auf „würdiges Wohnen“ in der Verfassung verankern und eine nationale Wohnungsbaugesellschaft gründen, um Gemeinden bei der Finanzierung von Wohnungsbauprojekten zu helfen.
Im Gegensatz zur DP wollen die Grünen aber auch verstärkt auf das Vorkaufsrecht von Staat und Gemeinden setzen und dieses erweitern. Zusätzlich sollen lokale Steuern eingeführt werden, die speziell darauf ausgerichtet sind, die Zahl leerstehender Wohnungen zu reduzieren und die Gemeinden verpflichtet werden, eine gewisse Mindestzahl an Sozialwohnungen bereitzustellen.

Die LSAP will potenzielles Bauland weiter erschließen und öffentliche wie private Sozialwohnungen unterstützen. Besitzer von Mietwohnungen, die sie für weniger als 20% unter Marktpreis an einkommensschwache Menschen vermieten, sollen steuerliche Vergünstigungen erhalten.
Weiter fordern die Sozialisten, eine Mietbremse einzuführen und die Nutzung von Wohnungen als Büroräume eingrenzen.

Die Christlich-Soziale Volkspartei möchte 17.000 neue Wohnungen schaffen und private Wohnungsbauinitiativen durch vorteilhaftere Steuerpolitik unterstützen. Auch soll es einen Mietzuschuss für Geringverdiener geben. Mietkataster sollen erstellt werden. Das Aufgabenfeld der Mietkommissionen soll ausgedehnt werden auf alle Wohnformen und –verhältnisse, Quoten für Sozialwohnungen sollen eingeführt werden und insgesamt will man die Gemeinden mehr einbinden. Außerdem will die CSV verstärkt das Vorkaufsrecht des Staates und der Gemeinden nutzen.

Im Wahlprogramm der Partei für integrale Demokratie (PID) steht nichts zu Wohnungsbaupolitik.
Zu Demaart
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