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«Keinerlei Entwarnung»

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Nachhaltigkeitsminister Claude Wiseler traf am Mittwoch die Gewerkschaften, um über die Zukunft der Cargolux zu reden. Das Ergebnis ist für den OGBL unbefriedigend. Der LCGB reagiert gelassener

Keine Antworten auf ihre Fragen haben sie bekommen, so die OGBL-Vertreter im Anschluss an das zweistündige Treffen mit Nachhaltigkeitsminister Claude Wiseler am Mittwochnachmittag. Nicht mal eine politische Zusage, dass die Arbeitsplätze in Luxemburg abgesichert seien, habe man dem Minister entlocken können. Wäre dies der Fall gewesen, hätte man als Gewerkschaft kein Problem mit den Verhandlungen zur Übernahme von Cargolux-Anteile durch die chinesischen Investmentfirma HNCA. Keinerlei Einblick habe Wiseler bezüglich des aktuellen Verhandlungsstands gegeben.

Unverständlich blieb den Gewerkschaften auch nach dem Treffen mit Wiseler, warum eine Geschäftsbank und eine internationale Anwaltskanzlei in die Verhandlungen einbezogen wurden. Diese UBS und Clifford Chance würden dem Verwaltungsrat allein die HNCA-Offerte vorlegen. Dabei liegen fünf Angebote vor, so Hubert Hollerich vom OGBL. Man habe den Eindruck, dass Wiseler jegliche Verantwortung von sich schieben will, indem andere mit dem Dossier befasst werden.

Sollten Cargolux und HNCA zusammenarbeiten, ist die Schaffung einer neuen, gemeinsamen Fluggesellschaft nicht ausgeschlossen. Damit schaffe man sich einen Mitbewerber, gaben die Gewerkschafter zu verstehen. Dass derlei Pläne bestehen, wollte Wiseler am Mittwoch nicht dementieren.

Konkurrenz zu anderen chinesischen Hubs

Unverständlich bleibt für die Gewerkschafter vom OGBL, dass im chinesischen Zhengzhou mit Luxemburger Hilfe ein Logistikzentrum aufgebaut wird, während die Entwicklung des Logistik-Standortes Luxemburg nur schleppend vorankommt. Hinzu kommt, dass in Zhengzhou eine Logistikplattform entstehen soll, die in direkter Konkurrenz mit den Hubs in Peking, Shanghai und Hongkong treten soll, eben jene Städte, die von der Cargolux mehrmals am Tag angeflogen werden.

Unbefriedigend war diese Zusammenkunft mit Wiseler für die Gewerkschafter des OGBL allemal. Sind Arbeitsstellen auf Findel gefährdet? Werden Arbeiten ausgelagert? Zu diesen Fragen gab es keine Antworten, kritisieren sie. Kein Grund für eine Entwarnung, so Hubert Hollerich. Man werde wohl erneut die Belegschaft zusammenrufen müssen, um sie zu informieren und eventuelle Aktionen vorzubereiten.

Zurückhaltender hingegen die Haltung des LCGB. Eine Delegation traf Wiseler im Anschluss an den OGBL. Man werde sich ein Urteil bilden, nachdem alles auf dem Tisch liegt. Wiseler habe der Gewerkschaft zugesagt, dass die Mitbestimmungsgremien bei der Entscheidungsfindung beteiligt werden, so Aloyse Kapweiler vom LCGB. Es gehe darum, der Gesellschaft eine Zukunft zu garantieren. Den Mitarbeiter der Cargolux werde nichts passieren, habe der Minister gesagt.