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Electra soll den Weltall erobern

Electra soll den Weltall erobern

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Electra heißt eine neue Satellitenplattform, die nicht auf einen herkömmlichen Antrieb mit Treibstoff, sondern auf einen Elektroantrieb zurückgreift.

Entwickelt und finanziert wird diese neue Technik vom Luxemburger Satellitenbetreiber SES, von der europäischen Weltraumagentur ESA und von dem deutschen Unternehmen OHB.

Durch den Elektroantrieb sei Electra leichter als andere Satelliten, erklärte Romain Bausch, Präsident und Geschäftsführer der SES, am Dienstag bei der Vorstellung des Projektes am SES-Hauptsitz in Betzdorf. Dadurch sei es möglich, entweder mehr Fracht mitzuführen oder kostengünstiger zu sein.

Zwar ist Electra nicht die einzige Satellitenplattform mit Elektroantrieb, sagte Bausch, allerdings seien andere Apparate mit dieser Art, sich fortzubewegen, in der Regel größer.

Unterschrift

Am Dienstag nun unterschrieben SES, das deutsche Unternehmen OHB und Vertreter des europäischen Weltraumbehörde ESA die entsprechenden Verträge über ihre Zusammenarbeit an Electra im Beisein von Luxemburgs Finanz- und Telekommunikationsminister Luc Frieden, der Forschungsministerin Martine Hansen und vom Generaldirektor der ESA, Jean-Jacques Dordain.

In der ersten Phase des Programmes fungiere SES als Generalunternehmer für die ESA und OHG als Subunternehmen beim Design der Plattform, heißt es.

Jean-Jacques Dordain sprach in seiner Rede die Konkurrenz außerhalb Europas an. „Wir können nicht billiger sein als China“, sagte er. „Unsere einzige Möglichkeit ist, vorbereitet zu sein, wenn es um Technologie geht“, fuhr er fort. „Wir haben keine Alternative als die, innovativ zu sein.“ Allerdings müsse man, um innovativ zu sein, Risiken eingehen, die heute allzu oft niemand mehr tragen wolle.

Eine Lösung erkennt Dordain in der Zusammenarbeit von privaten und öffentlichen Akteuren mittels Public-Privat-Partnership (PPP), wie bei Electra geschehen. So könne das Risiko geteilt werden.

Luxemburgs Weg in den Weltraum

„Die Teilnahme der SES aem Electra-Projekt zeigt den starken Willen der Luxemburger Weltraumgemeinschaft, eine Rolle bei den innovativen Programmen der Zukunft zu spielen“, sagte Forschungsministerin Hansen.

In der europäischen Weltraumindustrie mitzuwirken und Kooperationen zu knüpfen sei für Luxemburg eine Notwendigkeit, sagte sie. Dies in Form eines PPP zu tun sei eine Herangehensweise, die von der luxemburgischen Regierung stark befürwortet werde. Auch Luc Frieden unterstrich in seiner Ansprache gestern die Bedeutung von Innovation. „Wer zu den Spitzenreitern von morgen gehören will, muss innovieren und Spitzenklasse werden“, sagte er.

100 Millionen Euro

Das Projekt Electra soll insgesamt 100 Millionen Euro kosten. SES, OHB und einzelne Mitgliedsstaaten der ESA teilen sich die Kosten. Insgesamt trägt Luxemburg 17 Millionen Euro zu dem Projekt bei. Deutschland bezahle den größten Batzen, heißt es.

Die erste Phase, in der sich das Projekt nun befindet, kostet zwölf Millionen. Von diesen zwölf Millionen Euro bezahlen SES und OHB 25 Prozent. Die restlichen 75 Prozent finanzieren Mitgliedsstaaten der ESA. 2018 soll Electra gestartet werden. Die SES hat sich als Teil der Verträge dazu verpflichtet, ein großer Kunde der Plattform zu werden.