Die Menschen im krisengeplagten Europa kaufen wieder mehr Autos: Im September wurden in der Europäischen Union 1,16 Millionen Neuwagen zugelassen, das sind 5,4 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte der Branchenverband Acea am Mittwoch in Brüssel mit. Doch in Luxemburg wurden – gegen den Trend – 5,4 Prozent weniger Autos im September verkauft als im Vorjahr (September 2012). Vor allem Eurokrisenländer wie Spanien, Irland oder Portugal überraschten mit kräftigen Zuwächsen.
Ein Grund zum Jubeln ist das aber noch nicht: Von Januar bis September ist der Autoabsatz mit 3,9 Prozent im Minus. Und: Nach dem miserablen Vorjahresmonat war der September 2013 der zweitschwächste seit Beginn der Erhebungen 2003.
Absturz gebremst – Krise hält an
«Der Absturz ist gebremst, aber die Krise hält an», analysierte Peter Fuß, Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY: «Die Talsohle dürfte nun erreicht sein, von einer Erholung ist der europäische Automarkt allerdings noch weit entfernt.» Mit etwa 11,6 Millionen Neuzulassungen werde das Gesamtjahr voraussichtlich das schlechteste Jahr seit 1995. Zum Vergleich: 2007 wurden in der EU noch fast 15,6 Millionen Neuwagen zugelassen.
Immerhin gibt es Licht am Ende des Tunnels. Vor allem die lange Zeit am Boden liegenden Automärkte in den europäischen Krisenländern konnten im September kräftig zulegen. In Spanien wurden 28,5 Prozent mehr Autos verkauft als im Vorjahr, in Irland lag das Plus bei 28 Prozent, in Portugal bei 16 Prozent und in Griechenland bei 10 Prozent. Italien war zwar mit minus 2,9 Prozent noch rückläufig, doch sei auch hier eine Besserung gegenüber dem bisherigen Jahresverlauf (minus 8,3 Prozent) erkennbar, urteilte der VDA.
Über die ersten neun Monate betrachtet fällt der Rückgang in Luxemburg noch stärker aus. Wurden von Januar bis September 2012 noch 39.090 Autos immatrikuliert, sind es dieses Jahr im gleichen Zeitraum 36.026, ein Minus von 7,8 Prozent. In der EU belief sich der Rückgang bei 3,9 Prozent.
Zu Demaart
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