«Junckers Abgang als Premierminister könnte weitreichende Folgen für die europäische Politik haben», schreibt Spiegel-Online am Mittwoch. Juncker sei einer der einzigen, der neben Merkel die komplizierte Krisenmaterie durchblicke, schreibt das Magazin. Auf der anderen Seite hätten viele europäische Kollegen die Belehrungen des Luxemburgers satt.
Im Falle einer Dreierkoalition zwischen DP, LSAP und déi gréng, könnte auch die Karriere der Luxemburgerin Viviane Reding in Brüssel ein abruptes Ende finden. «Viviane Reding, wortgewaltige EU-Kommissarin, hatte sich bereits Hoffnungen auf eine vierte Amtszeit gemacht, es ist aber Sache der nationalen Regierungen, welchen Kommissar sie nach Brüssel entsenden,» so der Spiegel. Welcher Luxemburger den Posten Redings als EU-Kommissar übernehmen könnte, steht noch in den Sternen. Vielleicht käme einer der aktuellen EU-Parlamentsabgeordneten Charles Goerens (DP) oder Claude Turmes (déi gréng) in Frage?
Reding als Spitzenkandidatin
«Es sei denn, die Europäische Volkspartei würde Reding als Spitzenkandidatin für die Europawahl aufstellen.» Demnach habe die Luxemburgerin die Möglichkeit, Kommissionspräsidentin zu werden, oder als weitere Option, Präsidentin des Europäischen Parlaments.
Juncker hatte bislang stets darauf beharrt, für keinen Posten auf EU-Ebene zur Verfügung zu stehen. Auch Ambitionen auf die Ämter des Kommissionspräsidenten oder des Chefs des Europäischen Rates hatte der Luxemburger Premier bis zuletzt dementiert.
«Es kann nur ein Luxemburger in Europa etwas werden – Reding oder Juncker», schreibt Spiegel-Online. Demnach sei es unwahrscheinlich, dass einer dem anderen den Vortritt lasse. «Die beiden sind sich, so heißt es, in herzlicher Abneigung verbunden.»
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