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Colonel Harpes im Zeugenstand

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LUXEMBURG - Eigentlich sollte der frühere Gendarmerie-Chef Aloyse Harpes bereits am Montag im Bommeleeër-Prozess gehört werden. Nun tritt der Colonel am heutigen Dienstag in den Zeugenstand.

Er hätte bereits am Montag in den Zeugenstand treten sollen, Colonel Aloyse Harpes, 1985 Chef der Gendarmerie. Wegen der Anhörung von zwei Journalisten und eines Zeugen, war die Tagesordnung gekippt. Harpes musste nun am Dienstag vor die Richter.

Befragt wird Harpes unter anderem über die sogenannte Insider-Spur. Auch Harpes habe an einen Insider gedacht, sagte er vor Gericht. Der Verdacht sei ihm nach der gescheiterten Geldübergabe im hauptstädtischen, unterirdischen Parkhaus am Theaterplatz gekommen, sagte er. Mit den Anschlägen auf die Hochspannungsmasten sollte angeblich die Cegedel erpresst werden. Zweimal war eine Geldüberlage organisiert worden. Beide Mal scheiterte sie. Harpes nannte die Geldübergabe am Theaterplatz «De Geck mat der Police a Gendarmerie gemaach». Die Geldübergabe fand im 5. Untergeschoss des Parkhauses statt, direkt unter einer Überwachungskamera, der einzigen in jenem Parkaus.

Warum die Insider-Spur nicht verfolgt wurde, konnte Harpes vor Gericht nicht sagen.

Wer hat die Beobachtung von Geiben gestoppt?

Auch zur Spur Ben Geiben muss Harpes sich äußern. Diese sei aufgekommen, weil die Taten nur von jemandem stammen konnten, der sich auskennt, so Harpes, der am 1. Oktober 1985 zum Kommandanten der Gendarmerie genannt worden war. Dass Geiben in der Nacht, als eine Bombe am Justizpalast hochging, nicht observiert wurde, habe er damals nicht gewusst. Auf Geiben waren unter anderem Geheimdienstler abbestellt worden. Er sollte in Brüssel, wo er Mitte der 1980er Jahre nach Ausscheiden aus der Gendarmerie arbeitete, und bei einem Aufenthalt in Luxemburg im Oktober 1985 beschattet werden. Die Beobachtung war jedoch aus bisher nicht näher bekannten Gründen abgeblasen worden. In jener Nach war eine Bombe am Justizpalast hochgegangen.

Er habe die Operation nicht abgebrochen, beteuert Harpes. Er schließt nicht aus, dass der Befehl aus der Justiz kam. Ein Partner von Geiben hatte ja Kontakte zur Justiz.

Die Aussagen von Harpes kommen der Verteidigung sehr gelegen. Insbesondere am Ende dieses Sitzungstags als Me Gaston Vogel den Zeugen fragt, ob ihm als Kommandant der Gendarmerie je zu Ohren gekommen sei, dass die Angeklagten Jos Wilmes und Marc Scheer in Verbindung mit den Bombenanschlägen erwähnt worden seien. Nein, sagt Aloyse Harpes. Scheer und Wilmes gehörten damals der Sondereinheit der Gendarmerie, BMG, an.

Harpes muss erneut am Mittwoch in den Zeugenstand.