Albanien wird in nächster Zukunft noch nicht den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhalten. Serbien wird hingegen aller Voraussicht nach von Januar an mit der EU Verhandlungen über einen Beitritt führen. Dies zeichnete sich am Dienstag zu Beginn eines Treffens der Europaminister in Brüssel ab.
«Wir denken, dass es eine Menge Fortschritte (in Albanien) gab, aber wir meinen, dass wir eine etwas längere Erfolgsbilanz brauchen, bevor wir den Kandidatenstatus billigen können», sagte der dänische Europaminister Nick Hækkerup. Der Kandidatenstatus – eine Etappe auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft, die dem Beginn von Verhandlungen vorausgeht – kann von den EU-Regierungen nur einstimmig beschlossen werden.
Noch ist nichts entschieden
«Wir haben noch nichts entschieden. Wir reden mit unseren Kollegen und sehen dann mal, was die Haltung des Ministerrates sein könnte», sagte der niederländische Außenminister Frans Timmermans. Die Niederlande haben sich bisher ebenso wie Großbritannien sehr zurückhaltend zum Kandidatenstatus für Albanien geäußert. Er schließe nicht aus, dass das Thema am Freitag vom EU-Gipfel behandelt werde, sagte Timmermans.
Timmermans sagte, er sei hingegen hinsichtlich der schon im Juni beschlossenen Eröffnung der Beitrittsverhandlungen mit Serbien «kompromissbereit». Bisher hatten sich die Niederlande auch hier skeptisch gezeigt.
Der schwedische Außenminister Carl Bildt sagte, Albanien müsse für ordentliche Wahlen in diesem Jahr «belohnt» werden: «Ich denke aber, dass Albanien noch einen langen Weg vor sich hat.» Er hoffe, dass Albanien kein Gipfelthema werde.
Die kroatische Außenministerin Vesna Pusic sagte, ihr Land habe einen Unterstützerbrief für Albanien formuliert, der von einer Reihe anderer Regierungen unterstützt werde. «Albanien hat alles getan, was nötig ist, und sollte Kandidatenstatus bekommen.»
Zu Demaart
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