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Verbindungen zu den «Tueurs fous du Brabant»?

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Unterschiedliche Aussagen, Erinnerungslücken und Dementis. Das Gericht lässt nicht locker und will endlich Antworten für die Anschlagsserie zwischen 1984 und 1986. Nach zwei Wochen Pause wurde der Prozess am Montag fortgesetzt.

Prozesstag 108. Nach der Winterpause konfrontierte Richterin Sylvie Conter die drei Ermittler Armand Schockweiler, Paul Haan und Guillaume Büchler vor Gericht. Sie machten unterschiedliche Angaben zu den Erlebnissen und Ermittlungen im Zusammenhang mit der Observation um den damals Verdächtigen Ex-Polizisten Ben Geiben.

Zu Beginn wurden die Ermittler über ein Amtshilfegesuch befragt, das Luxemburg an die belgische Polizei gestellt hatte. Brüssel sollte bei der Beschattung des Ex-BMG-Chefs Ben Geiben helfen. Geiben arbeitete und wohnte zu diesem Zeitpunkt in Belgien. Wie Ermittler Haan am Montag vor Gericht aussagte, blieb der Antrag ohne Folgen. Ein belgischer General habe den Luxemburgern, die nach Brüssel gefahren waren, gesagt, dass die belgischen Kollegen aus personellen Gründen eine Observation Geibens nicht machen könnten. Die belgische Polizei war damals mit der Suche nach einer Mörderbande beschäftigt, die in den Medien «Les tueurs fous du Brabant» bezeichnet wurde.

Der leitenden Offizier Armand Schockweiler war damals mit den Ermittlern Paul Haan und Guillaume Büchler nach Brüssel gefahren. Die zwei durften jedoch nicht an den Gesprächen teilnehmen. Paul Haan war sich zum damaligen Zeitpunkt nicht mal bewusst, dass er als Ermittler in diesem Dossier impliziert war. Er habe seine Informationen ausschließlich aus Dossiers, er habe nie ermittelt, sagte er am Montag vor Gericht.

Haan erzählt von einem Zeugen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Kasematten. Dieser brachte als mögliche Täter die belgische Killerbande «Les tueurs fous du brabant» ins Spiel. Der Zeuge wollte aber keine schriftliche Aussage machen. Er hatte Angst vor Konsequenzen in Belgien. Auch Haan schließt eine mögliche Verbindung nicht aus. Anwältin Lydie Lorang: Interessant! Me Gaston Vogel spricht lautstark von Staatsterror.

Laut Haan war der belgische Zeuge Papierverkäufer. Er war zur Anschlagszeit auf Geschäftsreise beim Luxemburger Wort. Haan ging nach eigener Aussage mit dem Zeugen zum Untersuchungsrichter Jean-Mathias Goerens. Die Aussagen landeten allerdings nie in der Anklageschrift. Wo sind die entsprechenden Unterlagen, fragt die Verteidigung. Der damalige Untersuchungsrichter Goerens wird dazu am Donnerstag gehört.

Beim Zeugen handelte es sich um einen Camper, der seinen Wohnwagen unweit des Tatorts abgestellt hatte. Laut früheren Aussagen will er einen Mann beobachtet haben, der aus dem Kasematten-Ausgang am bd. Roosevelt gekommen war. Er hielt sich zum damaligen Zeitpunkt mit seiner Frau in Luxemburg auf.

Am Dienstag werden diese belgischen Zeugen angehört. Sie sollen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Kasematten verdächtige Männer gesehen haben.