Flugblattaktionen werden in Spitälern,Schwimmbädern und Einkaufszentren die erste Phase darstellen; sollten die Arbeitgeber nicht einlenken, so ist anschließend mit Streiks zu rechnen.
Den Zeitplan hierfür hat am Sonntag die entsprechende Tarifkommission des OGBL bereits festgelegt; sie wird ihn allerdings nicht öffentlich mitteilen, um einen gewissen Überraschungseffekt erzielen zu können.
Wie die zuständige Gewerkschaftssekretärin für den Sektor, Estelle Winter, uns im Anschluss an die Sitzung erläuterte, hat sie die Delegierten (darunter zahlreiche Neugewählte) über den Stand der Verhandlungen, sprich über das Scheitern der Schlichtung und über die fehlende Bereitschaft der Unternehmer, in dem Bereich auf die Forderungen der Gewerkschaft einzugehen, informiert.
Nur Verschlechterungen angeboten
Der OGBL verlangt neben linearen Lohnerhöhungen eine Prämie und eine Ausweitung des Anwendungsgebiets des Kollektivvertrags auf alle ehemaligen Arbeiter und Angestellte. Die Reinigungsbetriebe schieben die schwierige wirtschaftliche Lage vor, um jedwede Verbesserungen abzulehnen und sogar soziale Verschlechterungen zu fordern.
Bei Teilzeitjobs etwa will die Föderation der Reinigungsunternehmen keine Überstunden mehr zahlen.
Auch die sogenannte „prime d’assiduité“ (die ausgezahlt wird, wenn keine Krankmeldungen beim Arbeitnehmer anfallen) wollen die Unternehmer ohne Gegenleistung stark reduzieren.
Aufklärung
In der kommenden Woche werden die beschriebenen gewerkschaftlichen Aktionen im Detail vorbereitet, und das Personal in den Unternehmen wird über die aktuelle Lage aufgeklärt werden.
Ab übernächster Woche ist dann mit den Aktionen in den genannten Unternehmen, die viel Publikumsverkehr haben, zu rechnen.
Die Tarifkommission sprach sich am Sonntag mit breiter Mehrheit gegen die Vorschläge der Föderation aus. Von 91 Delegierten lehnten 89 diese ab. Nur zwei stimmten dafür.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können