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Zum guten Willen müssen die Mittel kommen

Zum guten Willen müssen die Mittel kommen

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Die „Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ“ (LVI) begrüßt die ehrgeizigen Ziele, die sich die Regierung bei der Förderung der „mobilité douce“ (Radfahrer und Fußgänger) gegeben hat. Zur Umsetzung hat sie der Regierung einige Empfehlungen mit auf den Weg gegeben.

Das fängt bei den Mitteln, die man sich geben will, an. Will man bei den Bewegungen einen „modal split“ von 25 Prozent „mobilité douce“, so sollen konsequenterweise auch 25 Prozent des Mobilitätsbudgets des Nachhaltigkeitsministeriums dafür ausgewiesen werden. Die LVI erinnert daran, dass Investitionen in die „mobilité douce“ sich in der Regel auszahlen. Das entspreche auch den Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation.

Die Schlüsselrolle fiele dabei der „cellule mobilité douce“ zu. Für die LVI müsse diese Zelle aus Experten bestehen, die selber täglich ihre Wege mit dem Fahrrad zurücklegen. Und die LVI möchte Teil dieser Arbeitsgruppe sein.
Die „cellule mobilité douce“ müsse auch ein Initiativ- und Vetorecht bekommen, sowohl bei der neuen Abteilung, die zuständig für die Planung der Mobilität ist, als auch der Verwaltung, die das alles umsetzen soll (Ponts & Chaussées).

Budgetäre und personelle Mittel müssten ebenfalls ausreichend zur Verfügung stehen, um jenen Gemeinden zu helfen, die zwar an einem „plan mobilité douce“ interessiert sind, selber aber nicht die Mittel haben, diesen umzusetzen.

Ausbau des Netzes

Auch das Gesetzesprojekt zum Ausbau des Radwegnetzes müsse schnell durch die Instanzen. Allerdings verlangt die LVI dabei einige Änderungen. So soll der staatliche Anteil bei der Finanzierung von neuen Radwegen oder Verbindungen zwischen bestehenden Radwegen angehoben werden. In den großen Ballungsgebieten (Luxemburg und Randgemeinden, Esch, Belval und Nordstad) müssen mehr Radwege angelegt werden, um es möglichst vielen Einwohnern zu ermöglichen, in aller Sicherheit zum Arbeitsplatz zu radeln. Auch der Radweg Mamerdall zwischen Bartringen und Mersch müsse auf diese Liste, dazu soll das Projekt des Radwegs der Obersauer-Dörfer aufrechterhalten werden.

An das Umweltministerium und die anhängigen Verwaltungen geht die Forderung, sich schon im Vorfeld verstärkt in die Auswahl der Streckenplanung, des Bodenbelags und des Zuschnitts einzubringen. Nur das Fahrrad bringe offensichtliche CO2-Einsparungen, so die LVI.

Das Wirtschaftsministerium sei vor allem im Bereich Tourismus gefordert. So sollen die fehlenden Teilstücke auf insgesamt sechs Radwegen vorrangig verwirklicht werden, auch die Anbindung an die Nachbarländer sei wichtig. Der Ausbau des touristischen Angebots (u.a. Hotels im Westen des Landes), des RentaBike-Systems, die Ausarbeitung eines Gepäcktransports sind für die LVI weitere wichtige Elemente. Schließlich wird auch eine Marketing-Strategie gefordert, die es erlaube, Luxemburg als Zielort allererster Güte für Fahrradtourismus zu präsentieren. khe