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Pfannkuchen und Lampions

Pfannkuchen und Lampions

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"Liichtmëssdag" in Luxemburg verbindet man mit Kindern, die an der Tür klingeln und singen. Aber an diesem Tag, dem 2. Februar, werden auch andere Bräuche gefeiert.

In einer guten Woche, am 2. Februar, ist «Liichtmëssdag». An diesem Tag bilden Kinder kleine Gruppen und ziehen, oft in Begleitung von Erwachsenen, von einer Haustüre zur nächsten. Ausgestattet mit bunten, meist selber gebastelten Lampions singen sie dann an der Türschwelle das traditionelle „Léiwer Härgottsblieschen“. Durch lokale Unterschiede kann es vorkommen, dass auch andere Lieder gesungen werden. Die Zuhörer sind gebeten, den Kindern Süßigkeiten, Obst oder Münzen zu schenken.

Léiwer Härgottsblieschen,
Gitt ons Speck an Ierbessen
Ee Pond, zwee Pond,
Dat anert Joer da gitt der gesond,
Da gitt der gesond.
Loosst déi jonk Leit liewen
Loosst déi al Leit stierwen,
Kommt der net bal,
D’Féiss ginn ons kal.
Kommt Der net gläich,
Da gi mer op d’Schläich.
Kommt der net geschwënn,
D’Féiss ginn ons dënn.
Kommt Der net gewëss,
Da kritt Der e Schouss voll Nëss. (Variant 1947: Da kritt der eng gutt op d’Schnëss.)
Nik Welter aus: Das Luxemburgische und sein Schrifttum

Von den Autofahrern wird große Aufmerksamkeit verlangt, denn überall sind Kindergruppen unterwegs. Reduzierte Geschwindigkeit, vor allem in Ortschaften, ist angesagt. Kinder sollten besonders auf den Verkehr achten und die Straße nicht überqueren, wenn ein Fahrzeug sich nähert. Am besten den linken Bürgersteig (Gehrichtung) benutzen. Eltern sollten ihre Kinder nicht erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit losschicken. Dennoch sollten sie ihre Kinder begleiten und ihnen helle Kleidung mit Reflektoren anziehen. Auch Lampions und Fackeln sollten in jedem Fall angezündet werden.

Ende des Winters

Der ursprünglich heidnische Brauch fand seinen Anfang in einem keltischen Fest namens Imbolc, das vom 1. auf den 2. Februar zu Ehren der Göttin Brigid gefeiert wurde. Um der Fruchtbarkeit am Ende des Winters zu frönen und um die Reinigung der Felder vor deren Besamung herbeizurufen, zogen die Bauern mit Fackeln auf die Acker.

Die Kirche übernahm den heidnischen Brauch und feierte am 2. Februar Mariä Lichtmess, da es der 40. Tag nach Weihnachten war. Das kirchliche Fest entstand im 4. Jahrhundert in Jerusalem als Nebenfest von Christi Geburt und wurde im 5. Jahrhundert durch den Brauch der Lichterprozession angereichert. Das Festdatum war zuerst auf den 14. Februar festgelegt, ab dem 6. Jahrhundert war es nach den neuen Berechnungen der 2. Februar. Lichtmess galt damals in der katholischen Kirche als Ende der Weihnachtszeit.

Noch heute werden in vielen Gotteshäusern erst zum 2. Februar Weihnachtsbäume und Krippen entfernt. Traditionell heißt es, dass ab dem 2. Februar wieder bei Tageslicht zu Abend gegessen werden kann. In Belgien, der Schweiz und Frankreich werden an der «Fête des chandelles» oder «Chandeleur» Pfannkuchen gebacken, deren Form an die Sonne erinnern soll, der man im Sommer wieder mit Freuden Einzug gewährt.