Es war allein ihre Entscheidung, so Verwaltungsratspräsident Paul Helminger am Donnerstag zum Rücktritt der beiden Cargolux-Manager vergangene Woche. Die Entscheidung die Rücktrittsgesuche anzunehmen, sei nur nach Betrachtung der Situation und ob sie mit den Entscheidungen des Verwaltungsrats und der Aktionäre vereinbar sei, so Helminger in einem Schreiben an die Personaldelegation der Fluggesellschaft am Donnerstag.
Die Personalvertreter hatten am Donnerstag unter anderem mangelnde Dialogbereitschaft zwischen dem Verwaltungsrat und dem Managment beanstandet. Manager hatten das geplante Abkommen zwischen Cargolux und HNCA kritisiert. Es sei unzutreffend, dass nichts unternommen worden sei, nachdem der Verwaltungsrat der Vereinbarung mit HNCA Ende Dezember zugestimmt hatte, so Helminger. Die Generaldirektion sei zu einem Treffen mit den Ministern François Bausch und Pierre Gramegna eingeladen worden. Ihre Anliegen seien dort diskutiert worden und man habe erneut erklärt, warum das HNCA-Angebot angenommen worden sei. Auch habe der Verwaltungsrat der Generaldirektion sein vollstes Vertrauen bezüglich seiner Strategie entsprechend des Fünf-Jahres-Business-Plans ausgesprochen. Unterstützt habe man auch die vom Managment geforderte Kapitalerhöhung von 175 Millionen Dollar.
Die freigewordenen Posten sollen laut Helminger schnellsten neu besetzt werden. Diese Arbeit könne jedoch in einem Klima ständiger Gerüchte und einer verzerrten öffentlichen Debatte nicht erfolgreich durchgeführt werden. Man riskiere, gute potenzielle Kandidaten zu verlieren, die nicht mit einer Gesellschaft im Zusammenhang gebracht werden wollen, die ungeniert sensibles Interna in aller Öffentlichkeit aus welchen Gründen auch immer diskutiert.
Nachspiel bei der Gewerbeaufsicht
Am 4. Februar muss sich der Cargolux-Verwaltungsrat nochmals mit der Personaldelegation anlegen. Diese hat sich darüber beschwert, dass dem gemischten Betriebsrat am 13. Dezember 2013 knapp eine halbe Stunde Zeit eingeräumt worden war, um sich mit der Abmachung Cargolux-HNCA zu beschäftigen und ein Gutachten zu verfassen. Am selben Tag hatte der Verwaltungsrat der Vereinbarung zugestimmt. Die Belegschaftsvertreter hatten bei der Gewerbeaufsicht eine Beschwerde eingereicht. Die Affäre wird am 4. Februar erörtert.
Zu Demaart
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