„Dieses Projekt ist ein wundervolles Beispiel dafür, wie Energieeffizienz und Klimaschutzziele mit wirtschaftlichen Zielen verbunden werden können“, sagte Umweltministerin Carole Dieschbourg am Freitag bei ihrer Eröffnungsrede. Die Regierung war durch die Umweltministerin, Wirtschaftsminister Etienne Schneider und den Hochschulminister Claude Meisch gleich dreifach vertreten.
Auch Erbgroßherzog Guillaume und Erbgroßherzogin Stéphanie ließen es sich nicht nehmen, die neue Ausbildungsstätte zu besichtigen.
Weniger Abfall
In Zukunft sollen hier Mitarbeiter von Industriebetrieben – und wenn die Regierung dies wünscht, auch Schüler – selbst in einer kompakten Anordnung von industriellen Maschinen Eistee herstellen und dabei lernen, wie man durch Änderungen von Produktionsabläufen und Neukalibrierung von Maschinen effizienter arbeiten kann, so dass weniger Abfall entsteht und Energie eingespart wird.
Die Eisteeherstellung steht dabei stellvertretend für alle Industrieprozesse. Die Auszubildenden sollen nach der Fortbildung in ihren Betrieb zurückkehren und das Gelernte dort umsetzen. Die Beratungsfirma McKinsey stellte in einer Studie fest, dass die großen Luxemburger Energiekonsumenten durch Veränderungen im Betrieb 95.000 Tonnen CO2 im Jahr einsparen können.
Das Projekt der „Learning Factory“ wird zu 50 Prozent von der Regierung und zu 50 Prozent von privaten Unternehmen finanziert. „Wenn wir heute von Wettbewerbsfähigkeit sprechen, dann bedeutet das, dass wir mit weniger mehr erreichen müssen. Die Industrie weiß, was das bedeutet“, unterstrich die Umweltministerin. Energieeffizienz sei von großer Bedeutung für eine zukunftsorientierte und erfolgreiche Wirtschaft.
„Mehr Europa in der Energiepolitik“
Ihr Kollege Etienne Schneider stellte fest: „Energiepolitik und Industrie sind keine Gegensätze!“ Die „Learning Factory“ sei ein Beispiel dafür, wie es durch energieeffizientes Arbeiten zu einer Win-win-Situation für beide kommen könnte.
Daneben sprach sich Schneider für mehr Europa in energiepolitischen Fragen aus. Standards und Auflagen müssten harmonisiert werden und es müsse mehr Investitionen in Netze, in Forschung und in die Verbindung der Netze der unterschiedlichen Länder getätigt werden, verlangte der Minister.
„Unser Kontinent ist der, der am meisten von Energieimporten abhängig ist“, so der Minister. „Wir müssen nach und nach versuchen, die enormen Summen, die wir dafür aufbringen, fossile Energieträger zu importieren – 400 Milliarden Euro oder 3-5 Prozent des europäischen BIP –, in den Ausbau lokaler und nachhaltiger Energiegewinnung umzuleiten.“
Zu Demaart





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