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«e-Movin» droht das Aus

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ETTELBRÜCK - Das "Nordstad"-Projekt "e-Movin" kommt nur schleppend voran. Wenige E-Fahrräder, mangelhafte Werbung - das Angebot alternativer Mobilität findet nicht gerade reißenden Absatz.

Das «Nordstad»-Projekt zur Elektromobilität «e-Movin» war erneut Thema im Ettelbrücker Gemeinderat. Richtig gut scheint es in dieser Sache noch immer nicht zu laufen. Nun ist es auch zu Diskussionen mit dem FEDER genannten EU-Entwicklungsprogramm wegen der Finanzierung des Pilotprojektes gekommen. Davon berichtete Bürgermeister Jean-Paul Schaaf am Montag.

Nachdem die an dem Pilotprojekt «e-Movin» beteiligte Gemeinde Colmar-Berg wegen Kritik an den Betreibern des Projektes «City Mov’» gegen den Erwerb von Elektrofahrrädern für das Verleihsystem gestimmt hatte, sei auch von der Gemeinde Bettendorf eine abwartende Haltung in dieser Frage eingenommen worden.

Diskussionen um EU-Entwicklungsprogramm

Die Gemeinde Schieren würde anscheinend am liebsten ganz aus «e-Movin» aussteigen. Nur Diekirch und Ettelbrück haben bis dato die Fahrräder bestellt bzw. schon angeschafft, klärte der Bürgermeister den Gemeinderat auf. Colmar-Berg scheint nach einem Treffen mit «City Mov’“ nun aber auch gewillt zu sein, die Räder anzuschaffen.

Nun sei es aber wegen der finanziellen Förderung des Pilotprojektes zu Diskussionen mit dem betreffenden EU-Entwicklungsprogramm gekommen. Die Kosten in Höhe von 655.000 Euro teilen sich das Nachhaltigkeitsministerium, fünf der sechs «Nordstad»-Gemeinden und, wie gesagt, das EU-Entwicklungsprogramm FEDER.

Unmut regt sich über mangelnde Werbung

Auch wenn das Ministerium signalisiert habe, seinen finanziellen Beitrag zu leisten, ohne dass alle fünf Gemeinden die für das Projekt erforderlichen Elektrofahrräder erworben hätten, gebe es vom FEDER nur Geld, wenn die beteiligten Gemeinden alle Konditionen erfüllten und über das komplette Paket (e-Cars und e-Bikes) verfügten. Das Pilotprojekt soll bis Juni 2015 laufen.

Hintergrund des Unmuts in der «Nordstad» bei so manchen Gemeinden und deren Räten ist die bis dato mangelhafte Werbung und Umsetzung des Projektes durch «City Mov’». Seit September letzten Jahres stehen die Elektrowagen an den verschiedenen Ladestationen für den Verleih zur Verfügung.

Im Frühjahr sollen die Fahrräder, zumindest für Diekirch und Ettelbrück, folgen. Zurzeit ist ein Fahrrad mit einer Ladestation zu Vorführzwecken in Ettelbrück ausgestellt. Dass es sich hierbei um ein Ausstellungsstück handelt, das nicht zum Verleih gedacht ist, war indes vielen Bürgern nicht klar.

Ratlos standen sie vor der Station, bis seit kurzem ein kleiner Vermerk «Disponible prochainement: Printemps 2014» auf diesen Umstand verweist. Außerdem sollen in den nächsten Tagen Informationstafeln zum «e-Movin» an den Ladestationen für die Autos angebracht werden.

Neben dem Ettelbrücker Touristenbüro soll jetzt auch dasjenige in Diekirch als Anlaufstelle für Interessenten an «e-Movin» dienen. Im Gespräch sei man zudem mit Enovos, um in dessen Zweigstelle im Einkaufszentrum in Ingeldorf eine weitere Anlaufstelle anbieten zu können.

Vor einigen Tagen wurde ein neuer Flyer von «City Mov’» an die Haushalte in der Gemeinde verteilt. In diesem – in französischer Sprache gehaltenen – Informationsblatt werden erstmals auch Preise für den Verleih der Elektrofahrräder mitgeteilt. Geht man dann aber auf die Homepage mit der Adresse www.emovin.citymov.lu, findet man noch keine Informationen über die «e-Bikes».

2013 wurden 2.500 km elektrisch zurückgelegt

Wie Jean-Paul Schaaf weiter ausführte, habe es in der Frage, wer für die Werbung zu dem Projekt zuständig sei, unterschiedliche Standpunkte zwischen «City Mov’» und den Gemeinden gegeben. Selbstkritisch fügte der Bürgermeister hinzu, man habe wohl im Vorfeld nicht alle Fragen genügend geklärt.

In den nächsten Wochen wird «City Mov’» in den verschiedenen Ratssitzungen der «Nordstad»-Gemeinden vorstellig werden, um strittige Punkte zu besprechen.

Gemeinderat Abbes Jacoby wollte vom Bürgermeister wissen, wie denn das Jahr 2013 für «e-Movin» gelaufen sei. Es gebe 30 Abonnenten für die sechs Fahrzeuge und es seien im letzten Jahr 2.500 Kilometer mit den Autos zurückgelegt worden, antwortete Jean-Paul Schaaf dem Rat.