Das Wohnungswesen in Luxemburg steht auf der Prioritätenliste der neuen Regierung ganz oben. «Jeder soll eine faire Chance für ein Dach über dem Kopf zu bekommen. Wohnen ist ein Recht und kein Privileg» betont Wohnungsbauministerin Maggy Nagel am Freitag. «Offerte» ist für die DP-Politikerin ein Schlagwort. Dafür gibt einen Maßnahmenkatalog der Regierung mit zunächst vier konkreten Zielen: Mehr Bauland, sozialer Wohnungsbau, ein überarbeiteter «pacte logement» sowie eine neue Subsidienpolitik im Land. Beim Thema Bauland will die Ministerin drei Wege einschlagen: staatliche oder auch kommunale Fläche sollen in Bauland umgewandelt werden. Dafür sollen die Kommunen eine aktivere Rolle in Zukunft übernehmen. Damit das auch alles greift, will man die Prozeduren in vielen Bereichen vereinfachen.
Unter anderem der «Fonds du Logement» reformiert. Nagel will, dass er wieder einen sozialen Charakter bekommt. Gerade im sozialen Wohnungsbau wollen wir dadurch mehr Dynamik bekommen,» unterstreicht Nagel. Hier kommen jetzt die Gemeinden ins Spiel. Sie sollen für entsprechenden Wohnnraum sorgen. Entsprechende finanzielle Mittel sollen zur Verfügung gestellt werden. Unter dem Fonds laufen derzeit acht Baustellen mit 145 neuen Wohnungen. Davon sind 84 als Mietwohnungen gedacht und 61 zum Verkauf. Insgesamt werden demnächst 290 Wohnungen auf den Markt geschmissen. Neben dem «Fonds de logement» werden derzeit über die «Société Nationale des Habitations à Bon Marché» zahlreiche Projekte auf die Beine gestellt. Hier sollen in den kommenden Jahren 2000 neue Wohnungen entstehen, davon 250 zur Miete.
Zu wenig Wohnungen
Auch private Intitiativen will man in Zukunft beim sozialen Wohnungsbau viel stärker einbinden. «Jedes Jahr kommen 12.000 Menschen ins Land. Demgegenüber haben wir aber nur 4000 Wohnungen,» begründet die Ministerin am Freitag. Die Betreuung und Beratung durch soziale Einrichtungen und Ämter, Kantone und Regionen wird vestärkt und die Kooperation mit den «Agences Immobilières Sociales» ausgebaut.
Ministerin Nagel untersreicht, dass Subsidien in dem Bereich genau unter die Lupe genommen werden sollen und der sozialen Struktur im Land angepasst werden. Hinzu kommt ein Altbausanierungsprogramm welches über alternative Finanzierungsprogramme gefördert (Klimabank) werden soll.
Ein Plan
Im Bereich «aides au logement» wurden zwischen 1997 und 2013 rund 200 Millionen Euro ausgegeben. Darunter fallen zig Anträge aus allen sozialen Schichten und Bereichen. Laut Nagel seien das Jährlich 30.000 Anfragen.
Großes Augenmerk liegt natürlich auch auf der Reform des PAP (Teilbebauungsplan) und PAG (Bebauungsplan). Hier laufen derzeit eine Reihe von Prozeduren, so Nagel. Premierminister Xavier Bettel unterstreicht in diesem Zusammenhang: » Es wird in Zukunft nur einen Plan für ein Land geben.» Es ist wichtig, dass wir zusammen koordinieren und nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können