Donnerstag22. Januar 2026

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«Habe nicht über den Prinzen gesprochen»

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Der Prinz als Bombenleger? Der ehemalige Generalsstaatswanwalt Camillie Wampach: Er habe nie über den Prinzen gesprochen, hat er den Richtern am Mittwochmorgen gesagt.

Die Zuhörer und die anderen Besucher des Prozesses mussten auf die Schlussfolgerungen der morgendlichen Visite der Richter, der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung bei Generalstaatsanwalt Camille Wampach im Altersheim warten. Die Mitteilung wurde erst am Ende des Verhandlungstages gemacht. Und die viel wohl für viele enttäuschend aus. Er habe nicht über den Prinzen gesprochen, sagte er der Gerichtsdelegation am Morgen. Er spricht von einem Rätsel, warum das Ehepaar Etienne diese Behauptung aufgestellt habe.

Wampach erklärte, dass Generalstaatsanwalt Roby Biever ihn öfters besuchte. Sie sprachen auch über Prinz Jean. Die Ermittlungen seien damals torpediert wurden, so Wampach. Er spricht von einem Machtkampf zwischen dem damaligen Untersuchungsrichter Prosper Klein und Colonel Aloyse Harpes von der Gendarmerie. Er, Wampach, habe damals nicht den Eindruck gehabt, dass die Regierung etwas unter den Tisch kehren wollte.

Weitere Zeugen

Das Gericht hatte zunächst die Verhandlung mit der Befragung weiterer Zeugen fortgesetzt. Diese haben am Rande des Anschlags auf Findel 1985 Verdächtiges beobachtet. Unter ihnen ist auch Robert Schommer.

Landwirt Schommer, der im November jenes Jahres auf einem Feld unweit des Tatorts Heu machte, bemerkte einen blauen Jeep. «Wir fuhren einen anderen Weg von der Wiese auf die Straße in Sandweiler. Am Weg stand ein Jeep. Wir konnten von oben in das Fahrzeug sehen. Im gleichen Augenblick kam uns aus Richtung Flughafen ein Mann entgegen. Er grüsste uns freundlich.» In besagtem Auto lag eine Munitionskiste mit Kabel. Erst durch die Vermittlung des damaligen Wort-Journalisten Josy Lorent bekam Schommer ein Rendezvous bei der Gendarmerie.

Amerikanische Militäruniform

Der Mann am Findel hatte eine amerikanische Militäruniform und Kampfstiefel an. Er hatte dunkle Haare, die leicht gewellt waren. Er machte einen sportlichen Eindruck, sagt Schommer. Von der Gendarmerie sei er schlecht behandelt worden, so Schommer. «Mit den Ermittlern bastelte ich an einem Phantombild. Ich hatte den Eindruck, dass die Polizisten mich nicht ernst nahmen. Sie nannten mich ‚Kommissar Falco‘.»

Und dann nennt der Zeuge einen Namen: «Wenn ich einen Vergleich mit dem Mann am Flughafen ziehen müsste, würde das Aussehen zu Pierre Reuland passen. Ich sage hier aber, dass es nicht Reuland war. Aber er sah so aus.»

Ein Richter warnt den Zeugen

Schommer ist formell: Er hat den Mann kurz vor dem Attentat gesehen. Und dann überrascht er das Gericht mit der Aussage, ein ehemaliger befreundeter Richter habe ihn gewarnt: «Ein alter Freund von mir war damals Richter (Paul Wagner). Er ist verstorben. Er warnte mich damals. Wenn ich sprechen würde, würde ich mir eine Kugel einfangen. Zudem wurde laut Wagner mein Telefon überwacht. Wagner wusste, warum damals die Anschläge gemacht wurden.»

Schommers Freund der Richter soll ihm von einem «furchtbaren» Streit damals in der Gendarmerie berichtet haben. Gewisse Leute wollten zwei Sektionen in der Gendarmerie. Als dies umgesetzt worden sei, hätten die Anschläge aufgehört.

Schommer will den unbekannten Mann ein zweites Mal an einer Tankstelle gesehen haben. Der Mann, der einen VW-Multivan mit Luxemburger Erkennungstafel fuhr, habe ihn freundlich gegrüßt.

Wiedersehen an der Tankstelle

Edda di Leonardo, die Ehefrau von Robert Schommer, bestätigt die Beobachtungen ihres Mannes. Sie spricht von einem jungen, gepflegten Mann. Er hatte eine Militäruniform und Kampfstiefel an. Er hatten dunkelbraune Haare. Auch sie will den Mann an einer Tankstelle gesehen haben. «Sind es die beiden Angeklagten», fragt Me Gaston Vogel. Di Leonardo: «Nein, die beiden Herren waren es nicht.» Sie betont auch, dass es keiner der Prinzen war.

Während einer Pause schaut sich di Leonardo Fotos von Tatverdächtigen an. Sie will einen erkannt haben. Es handelt sich um Johny Gindt einen früheren Ermittler. Sie sagt nicht das er es war. Sie sieht aber eine Ähnlichkeit. Dem Paar Schommer wird anschließend eine RTL-Reportage über die BMG gezeigt. Doch zu erkennen ist nur der damalige Chef Pierre Reuland.

Der Prozess wird am Donnerstag mit der Anhörung der Prinzen Guillaume und Jean fortgesetzt.