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40 Prozent ziehen die anderen mit

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Das Sozial- und Steuersystem in Luxemburg glättet die Ungleichheiten zwischen den Haushalten teilweise aus. Das geht aus einer neuen Statec-Untersuchung hervor.

Rund 40 Prozent der bessergestellten Haushalte tragen mit ihren Abgaben (Steuern und Sozialbeiträge) dazu bei, dass es den anderen 60 Prozent Haushalten besser geht. Sie zahlen mehr Steuern und Abgaben in den öffentlichen Topf als sie aus diesem herausnehmen. Das geht aus einer neue Statec-Untersuchung über das Umverteilungspotenzial des Luxemburger Steuer- und Sozialsystems hervor.

Bei den einkommensschwächsten Haushalten erreicht der Unterschied zwischen Sozial- und Steuerabgabe und staatlichen Leistungen + 36 Prozent, das heißt dass, sie 36 Prozent mehr bekommen als sie einzahlen. Das geht auf Kosten der einkommensstärksten Haushalte. Bei ihnen verzeichnet Statec ein Negativsaldo von 31 Prozent.

28 Prozent des Bruttoeinkommens

Die öffentlichen Transferleistungen werden aus Steuern und Beiträgen in die Sozialkassen finanziert. In Luxemburg machten die direkten Steuern und Sozialbeiträge im Jahr 2011 im Durchschnitt 28 Prozent des Bruttoeinkommens eines Haushaltes aus. Mitgerechnet sind hier auch die Beiträge u.a. in die Renten- und Gesundheitskasse, die der Arbeitgeber für den Beschäftigten entrichtet. Steuern und Sozialbeiträge des Beschäftigten belaufen sich dabei auf 20 Prozent, während auf den Arbeitgeber 8 Prozent entfallen.

Mit 28 Prozent obligatorischer Abgaben positioniert sich Luxemburg am unteren Ende der EU-Skala. Nur Zypern, Bulgarien, Malta, die Slowakei, Polen und Spanien weisen niedrigere Werte auf. In Frankreich machen direkte Steuern und Sozialabgaben 31 Prozent des Bruttoeinkommens aus, in Italien 35, in Belgien 40 und in den Niederlanden 41 Prozent.

Als Erklärung für den relativ niedrigen Anteil der obligatorischen Abgaben am Bruttoeinkommen in Luxemburg führt Statec die niedrigen Sozialbeiträge an, die der Arbeitgeber zahlen muss. Nur in Malta und Polen sind sie noch niedriger. In Dänemark sind sie hingegen quasi inexistent. Das ganze Sozialsystem wird über Steuern finanziert.

Wer mehr verdient, muss mehr zahlen

Insgesamt sind die Abgaben progressiv, das heißt sie steigen mit wachsendem Einkommen. Sie machen bei den einkommensschwächsten Haushalten 15 Prozent, bei den einkommensstärksten bis zu 38 Prozent aus. Zur Kasse gebeten werden vor allem Ein-Mann-Haushalte. Sie müssen im Durchschnitt bis zu 31 Prozent ihres Bruttoeinkommens abgeben. Bei Junggesellen können das schnell 36 Prozent werden.

Den Abgaben stehen Leistungen aus den öffentlichen Kassen gegenüber. Die Sozialleistungen stellen bei den einkommensarmen Haushalten bis zu 56 Prozent des Einkommens dar, bei den wohlhabendsten hingegen nur 10 Prozent. Unter dem Begriff Sozialleistungen fallen vor allem Renten, Familienzulagen und RMG.

Fazit der Autoren der Statec-Untersuchung* Serge Allegrezza und Guillaume Osier: Die Umverteilung verringert Armutsrisiko und Ungleichheiten.

*Regards, 04 sur la distribution socio-fiscale au Luxembourg.