Beim Bommeleeër-Prozess am Donnerstag steht der frühere Wort-Fotograf Lé Sibenaler im Zeugenstand. Er machte Fotos nach den Anschlägen in den Kasematten und beim Strommast in Heisdorf. Bei letzterem erinnert er sich an zwei Männer im Wald, die ihm verdächtig vorkamen. Von einem der beiden schoss Sibenaler ein unscharfes Foto. Der junge Offizier Zovilé, mit dem Sibenaler unterwegs war, wurde von seinem Vorgesetzten Charles Bourg zusammengefaltet, weil er «die Presse mit seinem Wagen durch den Wald fuhr».
Unweit des Anschlagsortes fand der Fotograf mit dem Journalisten Joseph Lorent Sprengstoff. Lorent fand Luxid, den die beiden mit in die Redaktion nahmen und ablichteten.
Sibenaler wurde von einem Geheimdienstler namens «Lugen» kontaktiert und beauftragt, beim nächsten Anschlag Fotos von Augenzeugen vor Ort zu machen. Es blieb der einzige Auftrag im Zusammenghang mit den Anschlägen. Der Auftraggeber heiße wohl Roger Lugen und soll vorher für den Zoll gearbeitet haben. Staatsanwalt Oswald schließt daraus, dass der Geheimdienst aktiv in dieser Affäre ermittelte.
Richterin Sylvie Conter will wissen, wer auf den Fotos war.
Sibenaler: «Auf den Bildern nach dem Anschlag auf den Justizpalast erkannte ich niemanden. Es war der einzige Auftrag für den Geheimdienst.»
Richterin Conter: «Da hat der Geheimdienst wohl doch mehr getan als Zeitungsartikel ausgeschnitten.» Sibenaler hat anschließend nichts mehr vom Geheimdienst gehört.
Sibenaler erzählt dann, wie die Journalisten beim Anschlag auf den Justizpalast im Oktober 1985 durchs Gebäude geführt wurden. «Gendarmerie-Offizier Zovilé führte uns am Tatort durch die Räume im Justizpalast. Er schickte mich hoch in den ersten Stock, um Fotos zu machen», so der Fotograf. «Es kam mir damals überhaupt nicht in den Sinn, dass vielleicht ein zweiter Sprengsatz plaziert war.» Er spricht von einer «Führung» am Tatort für die Journalisten. Laut Sibenaler wurde am Tatort über das Ereignis laut gelacht. Wer denn dort gelacht habe, will Verteidiger Me Gaston Vogel wissen.
Der nächste Zeuge ist Antoine Feidt. Er arbeitete in den Jahren der Anschläge im Steinbruch Feidt in Ernzen. Richterin Conter will wissen, wie er von den Einbrüchen in den Sprengstofflagern in vier Steingruben erfuhr: Feidt (mit leiser Stimme): «Ich erfuhr von meinem Vater davon. Wir haben nach den Einbrüchen das System mit dem Sprengstoffen geändert.»
Richterin Conter: «Herrschte keine Aufregung bein ihnen? Gab es keine Gespräche darüber? Gab es Verdächtige in der Firma?»
Feidt: «Mag sein, ich habe aber von den Gesprächen nichts mitbekommen. Ich wurde dazu auch nicht von meinem Vater angesprochen.» Das sei kein Thema bei ihnen gewesen.
Feidt war ein Bekannter der Prinzen. Er wird dazu befragt. Wie denn die Bekanntschaft zustande gekommen sei, will die Richterin wissen.
Feidt: «Ich habe damals Prinz Henri durch Sport kennengelernt, Prinzessin Marie-Teresa lernte ich durch eine Sportverletzung im Krankenhaus kennen. Prinz Guillaume lernte ich vor 15 Jahren bei einer Jagd kennen. Prinz Jean kenne ich nicht. Ich hatte nie Kontakt zu ihm.»
Richter und Staatsanwalt befragen den Zeugen zu weiteren Personen, ob er sie gekannt hatte u.a. auch Ben Geiben. Nein, ihn habe er nicht gekannt.
Mit Feidt im Zeugenstand geht die Prozesswoche zu Ende.
Zu Demaart
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