Donnerstag22. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Luxemburg platzt vor Glück

Luxemburg platzt vor Glück

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Kann man Lebensqualität und Glück überhaupt messen? Eine Eurostat-Studie probiert dies anhand mehrerer Kriterien festzuhalten. Luxemburg liegt in allen Bereichen weit vorne. Ganz besonders beim BIP.

Der 20. März ist – eingeführt durch die Vereinten Nationen – der Internationale Tag des Glücks. In einer Eurostat-Studie „Quality of Life indicators“ wird versucht, die Lebensqualität in der EU zu messen. Lebensqualität ist ein wichtiger Faktor des Glücks. Die Messung der Lebensqualität ergänzt den Indikator des BIP, der üblicherweise für die Messung der wirtschaftlichen, und oftmals sozialen, Entwicklung verwendet wird. Luxemburg liegt in allen Bereichen weit vorne.

Die Lebensqualität wird in der Eurostat-Studie anhand von acht Dimensionen gemessen: materielle Lebensbedingungen, Langzeitarbeitslosigkeit, Gesundheit, Bildung, Freizeit und soziale Interaktionen, wirtschaftliche und physische Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte, natürliche Umgebung und Wohnumfeld. Diese werden von einer Dimension (+1) ergänzt, die die Wahrnehmung des allgemeinen Lebensgefühls misst. Am besten sollten alle der 8+1 Dimensionen gleichzeitig, zusammen mit dem BIP pro Kopf in Betracht gezogen werden.

Luxemburg sprengt Tabelle

Der EU-28-Durchschnitt beim BIP pro Kopf in KKS beläuft sich auf 25.500. KKS ist eine einheitliche Währung, die Preisniveauunterschiede zwischen Ländern ausgleicht und damit aussagekräftige BIP Volumenvergleiche zwischen Ländern erlaubt. Luxemburg führt die Liste mit 67.100 an, beziehungsweise passt nicht mehr in die Tabelle hinein. „Luxemburg ist in diesem Schaubild nicht miteingeschlossen auf Grund des hohen Niveaus des BIP pro Kopf“, heißt es in der Tabelle «BIP pro Kopf in KKS 2012». Am untersten Ende der Skala stehen Bulgarien (12.000), Rumänien (12.800), gefolgt von Kroatien (15.700) und Lettland (16.400). Unsere drei Nachbarländer liegen knapp über dem EU-28-Schnitt: Frankreich (27.700), Belgien (30.700) und Deutschland (31.500).

Zur 2. Dimension zählt die Langzeitarbeitslosenquote. Sie zeigt den Anteil derjenigen, die seit 12 Monaten oder länger arbeitslos sind. Je niedriger der Wert, desto positiver die Quote. Der EU-Durchschnitt liegt bei 4,7, der niedrigste Wert weist Österreich auf (1,1), gefolgt von Schweden (1,5) und Luxemburg (1,6). Der höchste Wert wurde in Griechenland (14,4) gemessen, gefolgt von Spanien (11,1) und Kroatien (10,3). Luxemburgs Nachbarländer liegen alle unter dem EU-Schnitt: Deutschland (2,5), Belgien (3,4) und Frankreich (4,1).

Nummer 5 bei Lebenserwartung

Ein weiteres sehr wichtiges Element für Lebensqualität ist die Gesundheit. Diese misst sich in dieser Studie an der Lebenserwartung der Menschen. Je höher, desto besser. Die EU-28 liegt hier bei 80,3 Jahren. Am ältesten werden die Menschen in Spanien (82,5 Jahre), gefolgt von Italien (82,4) und Frankreich (82,1), Schweden (81,8) und Luxemburg (81,5). Am frühesten sterben die Menschen in Lettland und Litauen (beide Länder 74,1 Jahre), in Bulgarien (74,4), Rumänien (74,5) und Ungarn (75,3). Deutschland (81,0) und Belgien (80,5) liegen noch knapp über dem EU-Schnitt.

Beim Thema Bildung wird die Zahl der frühzeitigen Schulabgänger gemessen. Dies bezieht sich auf Personen im Alter von 18 bis 24 Jahren, die höchstens die Sekundarstufe 1 (Unterstufe des Sekundarunterrichts) beendet haben und die nicht an weiteren Bildungs- und Weiterbildungsangeboten teilnehmen. Je höher die Zahl, desto schlechter ist das Ergebnis: EU-28 (12,7), Spanien (24,9), Malta (22,6), Portugal (20,8). Am anderen Ende der Skala: Kroatien (4,2), Slowakei (5,3), Tschechien (5,5), Polen (5,7). Luxemburg (8,1), Deutschland (10,6), Frankreich (11,6) und Belgien (12,0) liegen noch unter dem EU-Durchschnitt.

Weniger Morde als der EU-Schnitt

Zur wirtschaftlichen und physischen Sicherheit gehören unter anderem die Tötungsdelikte: EU-28 (1,1). Am wenigsten Tötungsdelikte gibt es in Slowenien (0,7), am meisten in Litauen (6,7). Luxemburg (1,0), Deutschland (0,8) und Frankreich (0,9) liegen knapp unter dem EU-Durchschnitt, Belgien (1,7) liegt drüber.

Die zusätzliche Dimension (8+1) zur Messung des Glücksfaktors ist die Wahrnehmung des allgemeinen Lebensgefühls. Diese Einschätzung ist zwar subjektiv, dennoch von großer Bedeutung fürs Glücklichsein. Bewertet wird auf einer Skala von 1 (sehr unzufrieden ) bis 10 (sehr zufrieden): EU-28 (7,1), Bulgarien (5,5), Ungarn (5,8), Dänemark (8,4), Finnland (8,1), Schweden (8,0), Luxemburg (7,8), Belgien (7,4), Deutschland (7,2), Frankreich (7,2).

So schrieb bereits der französische Schriftsteller und Philosoph Charles-Louis de Montesquieu: «Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.»

Die Daten zur Studie stammen aus den Jahren 2010-2012.