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Verhandlungen auf Eis gelegt

Verhandlungen auf Eis gelegt

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LUXEMBURG - Die Verhandlungen für einen neuen Kollektivvertrag für die Bankangestellten liegen auf Eis. Die Aleba hat den anderen Gewerkschaften die Schlichtungsprozedur vorgeschlagen. Das sei verfrüht, so der OGBL.

Seit Dezember verhandeln Gewerkschaften und Bankervereinigung ABBL über einen neuen Kollektivvertrag. Nun bahnt sich der Weg beim Schlichter an. Die ABBL ließ den Verhandlungstermin für kommenden Dienstag platzen, so die Aleba am Freitag. Das Bankensyndikat des OGBL sieht die Sache etwas anders. Die Gespräche seien lediglich unterbrochen worden, so Verhandlungssekretärin Véronique Eischen. ABBL-Direktor Jean-Jacques Rommes habe um Zeit gebeten, um die Vorschläge der Gewerkschaften mit seinem Verwaltungsrat zu erörtern.

Hintergrund des aktuellen Stillstands ist die Weigerung der Gewerkschaften Aleba, SBA-OGBL und LCGB, auf die Forderung der ABBL einzugehen, die bisher gültige Beförderungsgarantie an das Geschäftsergebnis des Bankenplatzes zu knüpfen.

5,250 Milliarden Euro

Bisher ist jedem Angestellten eine Gehaltserhöhung von 15 Euro Index 100 auf drei Jahre (rund 116 Euro) sicher. Diese Gehaltsaufbesserung soll jedoch ab 2016 an das Geschäftsergebnis verbunden werden. Messlatte dabei wäre das Jahr 2013. Das sei jedoch eines der besten am Bankenplatz gewesen, sagt Aleba-Präsident Marc Glesener auf Nachfrage. Das sechstbeste Ergebnis in der Geschichte des Bankenplatzes, hatte die CSSF festgestellt: 5,250 Milliarden Euro vor Steuern und Rückstellungen. Jeder Angestellte habe durch seine Arbeit im Durchschnitt 200.900 Euro beigetragen, hat die Aleba ausgerechnet.

Stimme man der Forderung der ABBL zu, sei die Beförderungsgarantie so wie gut weg, meint Glesener als Begründung für das Nein seiner Gewerkschaft. Er wirft der Arbeitgebervereinigung vor, nicht ernsthaft über die Vorschläge der Gewerkschaft diskutieren zu wollen.

Auch für die OGBL-Vertreterin Eischen kommt eine Abschaffung der Beförderungsgarantie nicht in Frage. Dass nun auch die Aleba auf diese Linie einschwenke, sei auf das Einwirken der zwei anderen Gewerkschaften zurückzuführen, so Eischen, hatte sich doch der Aleba-Vertreter schon quasi damit einverstanden erklärt. An die Einleitung der Schlichtungsprozedur will Eischen noch nicht denken. Zuerste wolle sie Antworten der ABBL auf die Gewerkschaftsvorschläge. Und die sind darauf ausgerichtet, den sozialen Besitzstand zu wahren.

Als Erfolg verbuchen konnten die Gewerkschaften bisher, dass die ABBL auf ihre Forderung nach Abschaffung der Konjunkturprämie und die Reduzierung der Ruhetage für Neueinstellungen verzichtete.