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Lulling: «Viviane Reding wollte mich nicht»

Lulling: «Viviane Reding wollte mich nicht»

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Astrid Lulling kritisiert in einem Interview mit "Le Quotidien" die Art und Weise, wie die CSV sie als langjährige Europaabgeordnete von den Wahlen ausgeschlossen hat. Auch Viviane Reding spielt dabei eine Rolle.

«Ich fühle mich mehr gedemütigt als traurig», titelt die französischsprachige Tageszeitung «Le Quotidien» über die langjährige Europaabgeordnete Astrid Lulling (CSV) am Mittwoch. Lulling ist bekannt dafür, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Lulling erklärt am Dienstag gegenüber «Le Quotidien», wie es zu ihrem abrupten Karriereende kam.

Es sei die Entscheidung der CSV gewesen. „Ich wollte für die Europawahlen kandidieren, doch da gibt es Leute, die Probleme mit meinem Alter haben“. Astrid Lulling ist 84 Jahre alt und seit 1989, ohne Unterbrechung, Europaabgeordnete. „Ich vermisse auch Jean-Claude Juncker und Luc Frieden auf der Liste“.

«Stimmen für CSV sammeln»

Dennoch zeigt sich Lulling zufrieden, dass ihr Parlamentsattaché, Christophe Hansen, dabei ist. „Ich wollte kein ganzes Mandat lang (fünf Jahre) bleiben, aber ich wollte mich auf die Liste setzen, um Stimmen für die CSV zu sammeln. Denn mit unbekannten Gesichtern wackelt der dritte Sitz in Straßburg», so Lulling im «Le Quotidien».

Auf der CSV-Liste war vergangene Woche noch ein Platz frei. Statt Lulling reinzunehmen, entschied sich die konservative Partei für die Unbekannte Marianne Pesch-Dondelinger. „Die CSV hat alles gemacht, um mich auszuschließen.“ Dass man sie nicht auf die Liste für die Europawahlen genommen habe, habe sie am Samstagmorgen im Radio erfahren. «Niemand hatte mich zum Treffen im Hôtel Belle-Vue in Luxemburg-Stadt eingeladen. Und ich wollte dann auch nicht dahin, um mich dort zu prostituieren, wie der letzte Dreck. Das nenne ich Altersdiskriminierung.»

Weder Juncker, noch Frieden

Im Januar wurde Lulling gefragt, ob sie mit in die Europawahlen gehen wolle. Sie bejahte und fügte hinzu: «Ich gehe mit, wenn es niemanden gibt, der kompetenter ist als ich.» Einen Jean-Claude Juncker oder Luc Frieden hätte sie gerne auf der Liste gesehen. Doch keinen unbekannten Namen. «Ich bin nicht böse über die CSV, aber enttäuscht.»

«Es war Viviane Reding, die nicht wollte, dass ich auf der Liste stehe. Ich hatte eine sehr starke Position im Parlament», so Lulling im «Le Quotidien»-Interview. «Reding war der Meinung, dass Christophe Hansen die gleichen Kompetenzen habe, wie ich. Es würde demnach reichen, dass einer von uns beiden dabei sei.» Dies sei der Grund. Es gäbe keine Konkurrenz zwischen Reding und Lulling. Reding spiele in einer anderen Liga.