Die DP zeigt sich am Sonntagabend verhalten. «Für die Analyse ist es zu früh,» so Spitzenkandidat Charel Goerens.
«Der Juncker-Faktor hat gespielt, ganz klar. Wir haben in schwierigen Zeiten unseren Sitz behalten». Mit dem LSAP Ergebnis hat Goerens nicht gerechnet. «Ich bin nicht froh über das Resultat der Sozialisten. Sie haben immer verantwortungsvolle Arbeit geleistet – und jetzt so etwas,» sagt der DP-Europapolitiker.
Goerens kritisiert zudem die späte Bekanntgabe der Resultate: «Wir müssen überlegen, ob das in Zukunft noch Sinn macht.»
Premierminister Xavier Bettel zeigt sich zufrieden: » Wir, die DP, haben zwar verloren, aber Luxemburg hat europäisch gewählt. Das ist gut. Im Gegensatz zu den Ergebnissen aus anderen europäischen Ländern.» Die Situation in Frankreich änstige ihn, so Bettel «Wenn ein Viertel der Leute eine Partei wählen, die Europa kaputt machen will, dann ist klar, dass wir Europa den Bürgern näher bringen müssen.» Als DP-Parteipräsident sei er natürlich unzufrieden. Die «Demokratesch Partei» hat leicht an Stimmen eingebüßt. «Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass diese Wahl strikt von der nationalen Politik getrennt werden muss. Die Leute haben für Juncker gestimmt. Sie wollten einen Luxemburger als Kommissionspräsidenten.»
Enttäuscht
Gedrückte Stimmung am Sonntagabend in der Wahlzentrale der LSAP in Luxemburg. Zwar büßt die Partei Stimmen ein, ihren Sitz in Straßburg kann sie dennoch retten.
Der LSAP gelang es nicht, das Beispiel der Schwesterpartei in Deutschland zu wiederholen. Stattdessen erleidet sie dasselbe Schicksal wie Frankreichs Sozialisten. Für LSAP-Spitzenkandidatin Mady Delvaux-Stehres ist es äußerst besorgniserrend, dass die Front national so stark zulegen konnte. Die Erklärung sei wohl die große Enttäuschung der Bürger über die Politik. Viele Menschen sähen keine Perspektiven mehr, seien Populisten gefolgt, die selbst keine gangbaren Alternativen aufbieten können, so Delvaux-Stehres, die wahrscheinlich neue LSAP-Vertreterin im Straßburger Parlament.
Zufrieden
Dass die SPD so stark zulegen konnte, führt die Luxemburger Sozialisten vor allem auf den Spitzenkandidaten Martin Schulz zurück. Ihm sei es gelungen, die Menschen für Europa und damit für eine Wahlbeteiligung zu motivieren, so Delvaux gegenüber dem Tageblatt.
Die Grünen geben sich mit ihrem Ergebnis zufrieden. Sie seien nunmehr zweitstärkste Partei in Luxemburg auf europapolitischem Plan. Spitzenkandidat und bestätigter EU-Deputierte Claude Turmes erklärt sich das Ergebnis u.a. mit der guten Arbeit der Grünen im EU-Parlament. Anderseits habe man sich im Wahlkampf konstruktiv kritisch zur EU gezeigt. Die Entwicklung in Frankreich bezeichnete er als desolat. Das Land bedürfe eines Bürger-Aufbruchs. Ein politischer Neuanfang reiche da wohl nicht mehr.
Freudenstimmung bei der CSV. Sie dürfte um acht Prozent gegenüber 2009 zulegen. Damals hatte sie 31,33 Prozent erreicht.
Zu Demaart
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