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König Juan Carlos dankt ab

König Juan Carlos dankt ab

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Der spanische König Juan Carlos dankt nach 39 Jahren auf dem Thron zugunsten seines Sohnes Felipe ab. Das teilte Regierungschef Mariano Rajoy am Montag in Madrid mit. Juan Carlos hat sein Land in die Demokratie geführt.

«Seine Majestät, König Juan Carlos, hat mich gerade über seinen Wunsch informiert, auf den Thron zu verzichten und das Verfahren für die Thronfolge einzuleiten», sagte Rajoy. Der König will (76)sich demnach im Laufe des Vormittags auch noch «persönlich» an die Spanier wenden.

Rajoy berief für Dienstag eine außerordentliche Kabinettssitzung ein. Damit der König abdanken kann, müsse ein eigenes Gesetz verabschiedet werden, sagte der Ministerpräsident. Er hoffe, dass das Parlament dann schon nach «sehr kurzer Zeit» der Ernennung von König Felipe zustimmen könne.

Historische Leistung

Juan Carlos wurde von Diktator Francisco Franco eingesetzt und führte sein Land in die Demokratie. Als er im November 1975 nach Francos Tod zum König gekrönt wurde, dachte er nicht daran, das Regime des «Caudillo» (Führer) fortzuführen. Der junge Monarch ebnete den Weg zu einem demokratischen System.

Juan Carlos wurde am 5. Januar 1938 im Exil in Rom geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Italien, Portugal und der Schweiz. 1962 heiratete er Prinzessin Sofía von Griechenland. Mit Königin Sofía (75) hat er drei Kinder: Infantin Elena (50), Infantin Cristina (48) und Thronfolger Felipe (46).

Seine herzliche und offene Art brachten dem passionierten Segler, Jäger und Freund des Stierkampfes die Sympathien seiner Landsleute ein. In Umfragen war der Monarch lange im Höhenflug – ein Jagdausflug nach Botsuana löste bei den unter Krise und Arbeitslosigkeit leidenden Spaniern aber 2012 Empörung aus. Er war nur deshalb publik geworden, weil Juan Carlos sich bei einem Sturz eine Hüfte gebrochen hatte.

Angebliche Eheprobleme

Die Presse übte ungewöhnlich scharfe Kritik am Monarchen und berichtete erstmals ausführlich über angebliche Eheprobleme des Königspaars. Einige Politiker legten Juan Carlos eine Abdankung nahe. In einer Geste, die in der Geschichte der spanischen Monarchie ohne Beispiel war, entschuldigte sich der König öffentlich und gelobte Besserung.

Zudem erschütterte eine Korruptionsaffäre das Königshaus: Infantin Cristina steht im Verdacht, in einen Finanzskandal um ihren Ehemann Iñaki Urdangarin verwickelt zu sein.
Über sein Amt sagte Juan Carlos einmal: «Hier musst Du Dir den Thron Tag für Tag aufs Neue verdienen. Wenn das Volk gegen Dich ist, kannst Du einpacken.»